Telekom
Der schlafende Riese erwacht

Die Telekom muss handeln. Ihr laufen im Festnetz die Kunden scharenweise davon. Zur Internationalen Funkausstellung in Berlin, die kommende Woche beginnt, werden deshalb etliche Neuerungen erwartet. Einen Vorgeschmack auf die Tarife der Zukunft gibt es bereits. Die Kunden dürfen sich freuen, etliche Mitarbeiter weniger.

HB FRANKFURT. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeiner Sonntagszeitung“ plant die Telekom unter anderem eine Doppel-Flatrate für DSL-Telefon und Internet zum Preis von unter 50 Euro im Monat. „Zu diesem Tarif kann man ab Herbst ohne Aufpreis beliebig lange telefonieren und im Internet surfen“, schreibt die Zeitung. Geplant sei zudem ein „Einsteigertarif“ für deutlich unter 40 Euro. Dieses Paket umfasse Telefonie und Internet. Auch für Mobilfunkkunden werde es eine Flatrate geben.

Bei der Vorstellung der Quartalsbilanz am 10. August hatte Ricke bereits angekündigt, die Telekom könne nach Fusion mit der Internetsparte T-Online endlich ähnliche Bündelangebote wie die Konkurrenz auf den Markt bringen. Ricke sagte damals zudem, schon vor der IFA werde die Festnetztochter T-Com zum Beispiel die Kombination von Festnetztelefon, DSL-Anschluss und Internetzugang für „deutlich unter 40 Euro“ anbieten. Auch eine Flatrate für Auslandtelefonate sei geplant.

Für Montag hat T-Mobile in Bonn zu einer Pressekonferenz über eine neue Tarifstrategie eingeladen. Für kommenden Donnerstag plant die Telekom eine Pressekonferenz. Die Bekanntmachungen dürften den deutschen Kommunikationsmarkt durcheinander wirbeln.

Sparen durch moderne Technik

Laut „Spiegel“ will Ricke zudem ein milliardenschweres Sparprogramm auflegen, das alle Sparten des Konzerns umfassen solle. In diesem Zusammenhang solle auch die Umstellung des alten Telefonnetzes auf ein IP-Netz, das Sprache in Datenpakete zerlegt, vorgezogen werden. Nach internen Telekom-Berechnungen könnten alleine dadurch künftig rund 2 Mrd. Euro pro Jahr eingespart werden, schreibt das Magazin.

Nach den jüngsten Kursverlusten und der Senkung der Geschäftsprognosen war die Kritik am Kurs der Telekom gewachsen. In Medienberichten war eine Ablösung von Ricke nicht mehr ausgeschlossen worden. Ricke hatte eingeräumt, die Wachstumschancen in Deutschland überschätzt zu haben, zugleich Rücktrittspekulationen aber zurückgewiesen. Sein oberstes Ziel ist es nun, Marktanteile im Inland zu verteidigen. Der ehemalige Monopolist verlor allein im ersten Halbjahr 2006 rund eine Million Festnetz-Anschlüsse.

Ricke habe sich intern zuversichtlich gezeigt, den am Freitag und Samstag tagenden Aufsichtsrat von seinem Konzept überzeugen zu können, berichtete „Der Spiegel“ am Samstag. Teil des Strategieplans sei es, der Telekom-Festnetzsparte T-Com und der Mobilfunktochter T-Mobile die Zuständigkeiten für Marketing und Vertrieb weitgehend zu entziehen und diese auf Vorstandsebene anzusiedeln. Damit sollten Querelen beendet werden. Beide Töchter sind mit kombinierten Produkten aus Mobilfunk und Festnetz am Markt. Die möglichen Umstrukturierungen könnten neben Änderungen von Funktionen damit auch auf Veränderungen im Vorstand hindeuten. Ein Telekom-Sprecher wollte den Bericht nicht kommentieren.

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