Telekom-Streik
Verdi will Geschäftskunden treffen

Der von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi geplante Streik bei der Deutschen Telekom soll vor allem Geschäftskunden treffen.

HB HAMBURG. Von Montag an können die Mitarbeiter in einer dreitägigen Urabstimmung ihr Votum abgeben. „Wir sind sicher, dass wir die nötige Mehrheit von 75 Prozent erhalten werden“, sagte Verdi-Vorstand Lothar Schröder. Dann ist der Weg frei für den ersten Arbeitskampf bei der Deutschen Telekom seit der Umwandlung in eine Aktiengesellschaft vor zwölf Jahren. Das Ergebnis der Urabstimmung soll am kommenden Donnerstag unmittelbar im Anschluss an die Bekanntgabe der Telekom- Quartalszahlen verkündet werden.

Verdi-Arbeitskampfleiter, Ado Wilhelm, sagte dem Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“, die Gewerkschaft plane „keinen wilden Rundumschlag“, sondern wolle „empfindliche Prestigeprojekte zeitweise lahm legen“. Damit müssten Versicherungen, Banken oder Industriebetriebe mit eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten rechnen. Privatkunden hingegen klammere Verdi bewusst aus, „um die Solidarität der Bevölkerung mit uns nicht aufs Spiel zu setzen“, sagt Wilhelm.

Die Gewerkschaft wirft dem Bonner Konzern vor, Mitarbeiter von der Teilnahme am Streik abhalten zu wollen. „Die Telekom ist dabei, unsere Leute unbotmäßig zu bedrohen“, sagte Wilhelm dem „Tagesspiegel“ (Montagausgabe). Daher sei Verdi nicht wie bei früheren Streikmaßnahmen bereit, der Telekom mit Notfallvereinbarungen für besonders wichtige Projekte entgegenzukommen. So könne es sein, dass auch der im Juni in Heiligendamm stattfindende G8-Gipfel vom Streik betroffen sein könnte. Die Telekom wies die Vorwürfe zurück: „Wir setzen niemanden unter Druck, sondern informieren die Mitarbeiter über die rechtlichen Rahmenbedingungen“, sagte eine Konzernsprecherin.

Der Protest richtet sich gegen die geplante Auslagerung von rund 50 000 Beschäftigten in den neuen Geschäftsbereich T-Service, die mit einem Lohnabschlag von neun Prozent und längeren Arbeitszeiten verbunden ist. Die Verhandlungen zwischen Verdi und dem Telekom- Management über die Auslagerung waren in der vergangenen Woche abgebrochen worden.

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