Telekommunikation
Benq weitet Verlust bei fallendem Umsatz aus

Der wegen der Pleite seiner deutschen Handy-Tochter in der Kritik stehende taiwanesische Elektronikkonzern Benq hat im dritten Quartal 2006 bei fallenden Umsätzen seine Verluste drastisch ausgeweitet.

dpa TAIPEH/MüNCHEN/BERMATINGEN. Der wegen der Pleite seiner deutschen Handy-Tochter in der Kritik stehende taiwanesische Elektronikkonzern Benq hat im dritten Quartal seine Verluste drastisch ausgeweitet. Zudem stellt sich Benq wegen der Probleme in der Handy-Sparte auf einen weiteren Umsatzrückgang ein.

Der Verlust sei von 2,51 Mrd. taiwanesischen Dollar im vorangegangenen Dreimonatsabschnitt auf 12,22 Mrd. taiwanesische Dollar (293 Mill. Euro) gestiegen, teilte der Konzern am Dienstag in Taipeh mit. Der Umsatz ging um ein Viertel auf 40,67 Mrd. taiwanesische Dollar zurück. Die Pleite der deutschen Tochter Benq Mobile trifft unterdessen auch Zulieferer.

Benq hatte vor etwa einem Jahr die ehemalige Siemens-Handysparte übernommen. Die deutsche Tochter Benq Mobile musste vor einigen Wochen Insolvenzantrag stellen, nachdem die Mutter ihr den Geldhahn zugedreht hatte. Rund zwei Drittel der 3 000 Beschäftigten in Deutschland haben dadurch ihre Jobs verloren. Mittlerweile haben sich Politik und Wirtschaft auf die Gründung von zwei Auffanggesellschaften für arbeitslose Beschäftigte aus Bayern und Nordrhein-Westfalen geeinigt. Deren Gesamtfinanzierung ist bisher noch nicht gesichert. Die bayerische Arbeitsministerin Christa Stewens (CSU) und ihr nordrhein-westfälischer Amtskollege Karl-Josef Laumann (CDU) hatten aber bereits fest zugesichert, dass eine Lösung komme.

Von der Pleite von Benq Mobile ist unterdessen auch der Zulieferer Rohwedder betroffen. Der Spezialist für Automatisierungslösungen kündigte an, 1,2 Mill. Euro zurückzustellen. So hoch sei das bestehende Ausfallrisiko im Zusammenhang mit der Insolvenz des Kunden Benq Mobile. Das Ergebnis des Rohwedder Konzerns (Bermatingen/Bodensee) werde durch die Bildung der Rückstellung in gleicher Höhe negativ beeinflusst. Die Rohwedder AG gehe wegen des im ersten Halbjahr erzielten außerordentlichen Ertrags aus dem Börsengang der Roth & Rau AG in Höhe von 9,7 Mill. Euro weiter von einem deutlich positiven Ergebnis für das Geschäftsjahr 2006 aus.

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