Telekommunikation
Schlüsselfigur von Telekom-Gate wieder frei

Klaus Trzeschan ist wieder frei. Der einstige Abteilungsleiter der Telekom-Konzernsicherheit ist aus dem Gefängnis entlassen worden, wie das Handelsblatt erfahren hat - dafür musste die Schlüsselfigur der Telekomaffäre aber einige Auflagen erfüllen.

DÜSSELDORF. Klaus Trzeschan, ist nach vier Monaten Haft wieder auf freiem Fuß. Oberstaatsanwalt Friedrich Apostel bestätigte Informationen des Handelsblatts, wonach der ehemalige Abteilungsleiter der Telekom-Konzernsicherheit am 1. April aus dem Gefängnis entlassen worden ist. "Das Gericht hat den Haftbefehl nicht aufgehoben, sondern nur den Vollzug außer Kraft gesetzt", sagte Apostel. Trzeschan musste unter anderem eine Kaution zahlen und seinen Reisepass abgeben.

Trzeschan ist einer von acht Beschuldigten im Spitzelskandal. Ihm wird vorgeworfen, 2005 Telefonate zwischen Journalisten und Aufsichtsräten ausgeforscht zu haben. Der Grund für seine Verhaftung war jedoch der Vorwurf, er habe Geld der Telekom veruntreut und es habe Fluchtgefahr bestanden, sagte Apostel.

Einige Beobachter vermuten, die Staatsanwaltschaft wollte Trzeschan durch die Haft bewegen, seine Auftraggeber zu nennen. Vieles spricht dafür, dass der ehemalige Aufsichtsratschef, Klaus Zumwinkel, die Spähaktion angeordnet hat.

Erst Mitte März war bekannt geworden, dass die damalige Konzernspitze offenbar einen Maulwurf in die Redaktion des Magazins Capital einschleusen wollte. In der Telekom-Spitzel-Affäre waren neue Unterlagen aufgetaucht, die den ehemaligen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel und Ex-Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke belasten. Das Magazin Spiegel zitierte aus einer Aktennotiz, die der ehemalige Abteilungsleiter der Konzernsicherheit, Klaus Trzeschan, Ende 2005 angefertigt hatte.

Darin hält Trzeschan fest, Zumwinkel und Ricke hätten ihn beauftragt, einen Spitzel in die Redaktion des Magazins Capital einzuschleusen und dafür zu bezahlen. "Auf Weisung von Herrn Dr. Zumwinkel ist die Abwicklung der Ausgleichszahlung genauso diskret und geräuschlos abzuwickeln wie der gesamte Ermittlungskomplex" zitiert der Spiegel aus dem Memo. Nachverfolgbare Spuren, z.B. durch Nachvollziehen von Zahlungsströmen, sollten verschleiert werden.

Sandra Louven
Sandra Louven
Handelsblatt / Korrespondentin in Madrid
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