Telekommunikation
Thoma tritt bei Freenet zurück

Helmut Thoma tritt zurück. Der Aufsichtsratvorsitzende von Freenet will seinen Posten nach der diesjährigen Hauptversammlung räumen. Außerdem gibt es neues von der Webhosting-Tochter Strato.

HB BÜDELSDORF. Thoma bleibt jedoch weiterhin als ordentliches Mitglied im Freenet-Aufsichtsrat erhalten. Thoma will eigenen Angaben zufolge den Kaufmann Thorsten Krämer als seinen Nachfolger vorschlagen. Krämer kenne als Aufsichtsrat das Unternehmen schon seit einigen Jahren. Er ist seit Juli 2007 Mitglied des Kontrollgremiums bei freenet.

Zu den Gründen für seinen Rücktritt sagte Thoma, er habe derzeit viele andere Aufgaben und alle wesentlichen Prozesse bei Freenet seien auf den Weg gebracht. So habe er die Debitel-Übernahme mit betreut und für einen neuen Vorstandschef gesorgt. Auch der Verkauf der DSL-Sparte sei inzwischen auf dem Weg. United Internet übernimmt die Breitbandsparte des Konkurrenten. Freenet will sich künftig als Mobilfunkprovider profilieren.

Der Aufsichtsrat soll Thomas' Nachfolger in seiner neuen Besetzung nach der Hauptversammlung wählen. Wie aus der am vergangenen Freitag veröffentlichten Einladung zu der Aktionärsversammlung hervorgeht, werden vier Mitglieder des Kontrollgremiums ihre Mandate auf der Aktionärsversammlung am 7. Juli niederlegen. Stattdessen werden vier neue Kandidaten zur Wahl gestellt, die offensichtliche Verbindungen zu den Großaktionären Permira, United Internet und Drillisch vorweisen. Bislang hatten die Großaktionäre keine Verbindungen in den Aufsichtsrat.

Außerdem leitet Freenet nach dem Verkauf seiner DSL-Sparte nun auch die Trennung von der Webhosting-Tochter Strato ein. Der Verkaufsprozess solle noch im Juni eingeleitet werden, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person aus dem Unternehmensumfeld der Nachrichtenagentur Reuters am Freitag. Die Sparte, die Speicherplatz im Internet vermietet, beschäftigt rund 500 Mitarbeiter. Über die bevorstehende Trennung von Strato berichtete auch das "Hamburger Abendblatt". Freenet hatte jüngst sein Geschäft mit schnellen DSL-Internetanschlüssen für 123 Mio. Euro an seinen Großaktionär United Internet verkauft.

Der neue Vorstandschef Christoph Vilanek hatte kurz nach seinem Amtsantritt Anfang Mai bereits die Trennung von weiteren Geschäftsfeldern in Aussicht gestellt. Um sich stärker auf das Geschäft mit Mobilfunk und mobilem Internet zu konzentrieren, sollen alle anderen Sparten auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüft werden. An der Börse löste der bevorstehende Verkauf von Strato einen Kurssprung aus. Das Freenet-Papier legte am Vormittag zeitweise mehr als elf Prozent zu und führte die Gewinnerliste im TecDax an.

Über die möglichen Käufer von Strato wurde zunächst nichts bekannt. Freenet wollte sich nicht zu den Verkaufsplänen äußern. Der Konzern hatte das Webhosting-Geschäft von Strato Ende 2004 von der Teles AG für 132 Mio. Euro übernommen.

Mit dem Verkaufserlös will das norddeutsche Unternehmen nun den Debitel-Kauf teilweise finanzieren. Seit der Übernahme des Stuttgarter Rivalen nimmt Freenet in der Vermittlung von Mobilfunkverträgen in Deutschland mit knapp 19 Mio. Kunden Rang drei nach der Deutschen Telekom und Vodafone ein.

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