Thorsten Heins
Neuer deutscher Blackberry-Chef trifft auf Widerstand

Es sollte ein Befreiungsschlag werden für den kriselnden Blackberry-Hersteller RIM. Der Deutsche Thorsten Heins löst die Gründer an der Firmenspitze ab. Doch rebellische Aktionäre sehen ihn schon als Chef auf Abruf.
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New YorkDie Berufung von Thorsten Heins zum neuen Chef des Blackberry-Herstellers RIM trifft auf massiven Widerstand einer Hegde-Fonds-Gruppe, die Anteile von RIM hält und bereits seit einiger Zeit eine Aufspaltung des Unternehmens fordert. „Wir sind enttäuscht von seinem ersten Auftritt. Er hat letztlich gesagt, dass es eine Strategie gebe, an der er festhalten wolle. Das ist nicht das, was der Markt hören will“, sagte Vic Alboini, Chef des Hegde-Fonds Jaguar Financials im Interview mit Handelsblatt Online. „Mit diesem Programm wird er sich kaum 15 Monate, bestenfalls anderthalb Jahre an der Spitze halten. Er hat sich wie ein Interims-Chef präsentiert“.

Alboini ist Sprecher einer Gruppe von 15 aufständischen RIM-Investoren, die seit langem entweder den Verkauf der Firma an einen Konkurrenten oder eine Aufspaltung in eine Software- und eine Hardware-Firma fordern. Die Gruppe hält nach Angaben Alboinis derzeit rund zehn Prozent der RIM-Aktien.

RIM reagierte mit der Abberufung von Balsillie und Lazaridis offenbar auf den Druck der Gruppe sowie den Niedergang des einst den Markt beherrschenden Blackberry-Handys des kanadischen Konzerns. Beide sollen nun in den Aufsichtsrat wechseln. Der Erfolg von Apples iPhone mit seinen vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten ist seit einiger Zeit ein Problem für die immer noch stark auf Geschäftsanwendungen zugeschnittenen Blackberrys.

Alboini und seine Mitstreiter reagieren verhalten auf den Wechsel. „Positiv ist, dass die Firma offenbar auf die Aktionäre zu hören beginnt“, sagte der Hedge-Fonds-Manager. „Aber Thorsten wird bei Aufsichtsratssitzungen immer Ellbogen an Ellbogen mit seinen Vorgängern sitzen. Das spricht nicht dafür, dass er viele Freiheiten haben wird“, fügte er hinzu. Zudem sei Heins ein Insider, der die bisherige Strategie mit zu verantworten habe. Heins, der zuvor bei Siemens gearbeitet hatte, war 2007 zu RIM gestoßen und schnell in die zweite Managementebene aufgestiegen.

Nach seiner Ernennung kündigte er in einem Firmenvideo an, mehr Wert auf Produkte für Nicht-Geschäftskunden zu setzen. Zudem forderte er mehr Disziplin in der Produktentwicklung ein.

Für Alboini & Co ist das nicht genug. „RIM sollte den Hardware-Teil verkaufen und sich auf das Software-Geschäfte und dessen Lizenzierung konzentrieren. Die Software-Plattform allein wäre an der Börse mehr Wert als der ganze Konzern heute“, fügte er hinzu.

Auch die übrigen Anteilseigner von RIM schienen am Montag wenig begeistert von der internen Lösung für den Chefposten zu sein. An der New Yorker Börse fiel die RIM-Aktie um über sechs Prozent auf knapp 16 Dollar. Sie setzte damit seit März 2011 anhaltenden Wertverfall fast 80-prozentigen Wertverfall fort.

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