Transaktionswert von bis zu zwei Milliarden Dollar
IBM will angeblich PC-Geschäft verkaufen

IBM will offenbar sein PC-Geschäft verkaufen. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf mehrere mit der Situation vertraute Personen aus einem Team von Verhandlungsführern. Die Transaktion werde wahrscheinlich ein Volumen von einer bis zwei Milliarden Dollar haben.

HB NEW YORK. Es war die IBM, die Anfang der 80er Jahre den Personalcomputer als allgemein genutzte Büromaschine für jedermann salonfähig machte. Der vom Maskottchen Charlie Chaplin begleitete Schritt war eine Reaktion auf den Erfolg des damals vor allem unter Studenten verbreiteten Apple II. Nun will der größte Computerkonzern der Welt sich angeblich von seinem PC-Geschäft trennen, da dies zu einem Alltagsgeschäft geworden sei. Ein IBM-Sprecher wollte die "Spekulationen" auf Anfrage von Handelsblatt.com nicht kommentieren.

Als möglicher Käufer wird der Computerbauer Lenovo aus der Volksrepublik China genannt. Das Unternehmen hieß im vergangenen Jahr noch Legend und ist der größte Computerhersteller auf dem chinesischen Festland. Es soll aber noch ein zweiter Interessent im Gespräch sein. Dabei ist von einer Verkaufssumme von ein bis zwei Milliarden Dollar die Rede, für die das gesamte PC-Geschäft – Desktops, Laptops und Notebooks – in andere Hände übergehen soll.

Mögliches Ende einer Ära

Sollte der Verkauf über die Bühne gehen, würde dies das Ende einer Ära bedeuten, die IBM selbst eingeläutet hat. Heute schöpft das Unternehmen nur noch wenig Profit aus diesem Geschäft. Gewinne aus PC-Einnahmen fließen in erster Linie in die Kassen von Microsoft und Intel, die mit dem Betriebssystem und den Mikroprozessoren des PC-Industriestandards die Schlüssel in ihren Händen halten.

Die mögliche Trennung vom PC-Geschäft passt in die Strategie von IBM-Chef Samuel J. Palmisano, der Anfang 2002 die Führung des Konzerns übernahm. Er hat bereits das ebenfalls wenig profitable Geschäft mit Festplatten an den japanischen Hitachi-Konzern verkauft. IBM war auch der Pionier bei der Entwicklung von Festplattenspeicher. Palmisano will sich vielmehr auf das Beratungs- und Service-Geschäft konzentrieren. Damit sind deutlich höhere Umsätze zu erzielen als mit den niedrigen Margen in der Produktion von Hardwarekomponenten. Diese wandert immer stärker nach Asien.

Weitere Konsolodierung wird erwartet

Laut einer Studie des amerikanischen Marktforschungsunternehmens Gartner werden sich bis zum Jahr 2007 drei größten zehn PC-Hersteller vom Markt zurückziehen. Damit wäre ein Verkauf von IBM erst der Anfang eines weiteren Konsolidierungsprozesses. Gründe seien laut den Analysten von Gartner in sinkenden Margen und dem geringen Wachstum des Marktes zu sehen. So liege das Wachstum des PC-Marktes in den Jahren 2003 bis 2005 bei etwa 11,3 Prozent, doch für die kommenden Jahre 2006 bis 2008 sagt Gartner eine Halbierung auf 5,7 Prozent voraus. Auch die Umsätze würden sich von 4,7 auf 2 Prozent mehr als halbieren.

Zu den größten PC-Herstellern gehören heute nach Anzahl verkaufter Einheiten Dell, Hewlett Packard, IBM, Fujitsu/Fujitsu Siemens, Toshiba, Acer, NEC, Lenovo (Legend), Gateway und Apple Computer.

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