Trotz Gewinnsprung
Cisco streicht 4000 Stellen

Kaum hatte Cisco einen beachtlichen Gewinnsprung vermeldet, legte der Netzwerk-Ausrüster mit negativen Neuigkeiten nach: Das US-Unternehmen streicht 4000 Stellen. Konzernchef Chambers verteidigt die Entscheidung.
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San JoseTrotz eines beachtlichen Gewinnzuwachses müssen die Mitarbeiter beim weltgrößten Netzwerk-Ausrüster Cisco um ihre Jobs bangen. Das Management des US-Konzerns streicht 4000 Stellen und damit 5 Prozent aller Arbeitsplätze. Das kündigte Cisco am Mittwoch in einer Telefonkonferenz mit Analysten an.

Konzernchef John Chambers begründete den Schritt mit einer langsamen wirtschaftlichen Erholung und der Notwendigkeit, das Unternehmen durch kleinere Teams wendiger zu machen. So sollen vor allem Stellen im mittleren Management wegfallen. Der Abbau kostet Cisco allerdings zunächst 550 Millionen Dollar (414 Millionen Euro), zum Beispiel wegen Abfindungen. Die Aktie fiel am Donnerstag vorbörslich um 8 Prozent.

Nur eine Stunde vor Bekanntgabe der Stellenstreichungen hatte Chambers ein neuerliches Rekordgeschäft vermeldet. Der Umsatz im vierten Geschäftsquartal (bis Ende Juli) war um 6 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar gestiegen. Der Gewinn verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sogar um 18 Prozent auf unterm Strich 2,3 Milliarden Dollar. Ungeachtet eines guten Geschäftes in den USA belasteten eine Schwäche in Asien und gemischte Ergebnisse in Europa den Konzern.

Das laufende Quartal geht Cisco mit etwas Zurückhaltung an: Das Unternehmen rechnet damit, den Umsatz um drei bis fünf Prozent steigern zu können. Dies liegt allerdings am unteren Ende der Analystenerwartungen. Anleger hatten auf Aussichten für ein stärkeres Anziehen der Nachfrage gehofft.

Cisco stellt Geräte für den Datenverkehr her, sogenannte Router und Switches. Die Technik der Kalifornier steckt in den meisten Firmen-Netzwerken und sorgt dafür, dass das Internet läuft. Der Konzern profitiert von der wachsenden Bedeutung von Cloud-Diensten, also der Auslagerung von Daten und Programmen auf große Rechner im Internet. Auch die steigende Verbreitung vom Smartphones und Tablet-Computern kommt Cisco zugute.

Chambers hatte erst vor zwei Jahren einen Konzernumbau angestoßen und dabei den Abbau von 6500 Jobs angekündigt, um die Kosten zu drücken. Der Konzernchef stellte die gefloppten Flip-Videokameras ein, gab das Werk im mexikanischen Juarez an den asiatischen Auftragsfertiger Foxconn ab und verkaufte die Heimanwender-Tochter Linksys an den Computerzubehör-Spezialisten Belkin.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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