TV-Hersteller
Loewe hofft auf den reichen Retter

Der Fernsehhersteller Loewe kämpft ums Überleben: Die deutsche Traditionsfirma hat Antrag auf Gläubigerschutz gestellt. Damit sie eine Zukunft hat, braucht sie dringend einen solventen Investor – womöglich aus Fernost.
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DüsseldorfDer Fernsehhersteller Loewe steht für Glanz. Edles Design, edle Technik, im Fachhandel oder auf der Elektronikmesse IFA edel präsentiert. Angeblich soll auch Apple, selbst ein Premiumhersteller, an Loewe interessiert gewesen sein. Doch die Geschäftszahlen des deutschen Unternehmens sehen schon lange nicht mehr so glänzend aus. Der Umsatz sinkt seit Jahren, die Verluste nehmen desaströse Ausmaße an. Nun will sich die Traditionsfirma mit einem Antrag auf Gläubigerschutz Zeit verschaffen – Zeit für die Sanierung und für die Suche nach einem reichen Retter. Die Aussichten im umkämpften TV-Markt sind indes ungewiss.

Der größte deutsche Fernsehhersteller nutzt eine Neuerung des Insolvenzrechts: Die fränkische Firma beantragt beim Amtsgericht Coburg die Einleitung eines Schutzschirmverfahrens in Eigenverwaltung, was in Deutschland erst seit vergangenem Jahr möglich ist. Unternehmen können auf dieses Prozedere zurückgreifen, wenn die Zahlungsunfähigkeit droht, aber noch nicht eingetreten ist. Der Vorteil: Das Management darf weitermachen und unter gerichtlichem Schutz die Sanierung angehen. „Das wird die Investorensuche wesentlich beschleunigen“, sagt Vorstandschef Matthias Harsch.

Während der auf drei Monate befristeten Phase des 'Schutzschirms' sei Loewe vor Vollstreckungen und Zwangsmaßnahmen der Gläubiger geschützt und bleibe voll handlungsfähig, teilte das Unternehmen mit. In dieser Zeit wolle es sich „gemeinsam mit strategischen Partnern und Investoren neu ausrichten“. Der Antrag gilt für den Mutterkonzern und die Tochter Loewe Opta GmbH. „Alle anderen in- und ausländischen Tochtergesellschaften arbeiten weiter wie bisher und nehmen nicht am Verfahren teil“, so das Unternehmen weiter.

Die Nachricht, die Loewe Dienstagmorgen verschickte, war keine große Überraschung: Ende März legte der neue Vorstandschef Matthias Harsch desaströse Zahlen vor – der Umsatz schrumpfte binnen fünf Jahren von 374 auf 250 Millionen Euro, der Verlust betrug zuletzt 29 Millionen Euro. Im April warnte das Unternehmen gar in einer Pflichtmitteilung, dass die Verluste bereits Ende Mai die Hälfte des Grundkapitals aufgezehrt haben würden. Loewe ging das Geld aus.

Kommentare zu " TV-Hersteller: Loewe hofft auf den reichen Retter"

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  • Loewe sollte noch schnell eine Tochterfirma in Griechenland gründen - dann könnten sie sich ja von Schäuble retten lassen - oder gibt's für deutsche generell kein Geld, Herr Sch... ?

  • Loewe sollte die Marktlücke hochwertiger Röhren Fernseher füllen. Es gibt noch Kunden die wollen nicht direkt auf ein flaches Brett schauen, sondern auch beim Blick von der Seite oder beim Bewegen im Raum ein gutes Bild und durch Glas und Wölbung ein brillantes und plastisches Bild haben.

  • Schade..sämtliche deutsche Traditionsunternehmen
    in entweder fernöstliche Hände,oder ganz vom
    Markt verschwunden.
    Grundig
    Telefunken
    Nordmende
    Philips
    Stattdessen Billigware aus Taiwan
    Diese Betriebe hatten noch ausgebildet und
    reparierten zuhause.
    Die alten Patriarchen,mußten sich dem Zeitenwandel
    unterwerfen..und sind bis auf Loewe Opta in
    der Branche alle gescheitert.
    Mein Onkel trauert der Zeit heute noch nach.
    Und hat noch eine Sammlung alter Röhren Fernseher
    so wie Radios.
    Einfach zu wechseln wenn eine Röhre ausfiel und preiswert
    zu haben.Und die Dinger waren unverwüstlich.
    Heute zahlt man sich für Reparaturen nen Loch
    in Portemonnaie.
    Schade wärs um Loewe Opta.

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