TV-Satellitenverschlüsselung
Pro Sieben Sat 1 sendet weiter gratis

Das Bundeskartellamt hat die Pläne der beiden großen Sendergruppen RTL und Pro Sieben Sat 1 durchkreuzt, ihre Programme nur noch gegen Gebühr über Satellit anzubieten. Einer der beiden Konzerne hat einen Rückzieher gemacht. Das dürfte das komplette Vorhaben gefährden. Den Zuschauer wird's freuen, müsste er doch sonst einen monatlichen Obulus entrichten.

HB DÜSSELDORF. Pro Sieben Sat 1 hat seine Pläne zur TV-Verschlüsslung aufgegeben, wie das Bundeskartellamt am Dienstag in Bonn berichtete. Die Behörde hatte in dem Vorhaben eine verbotene Kartellabsprache zwischen den Sendergruppen Pro Sieben Sat 1 und RTL gesehen und ein Verbot des Geschäftsmodells angedroht. Nun habe Pro Sieben Sat 1 dem Kartellamt erklärt, dass die Sendergruppe die Pläne aufgegeben habe. Der Behörde zufolge hätte eine abgestimmte Strategie dazu geführt, dass sich beide Sendergruppen relativ risikolos am Wettbewerb vorbei eine zusätzliche Erlösquelle erschlossen hätten.

Treibende Kraft hinter der Verschlüsselung der TV-Signale ist der Satellitenkonzern SES Global, der die in Europa marktführenden Astra-Satelliten betreibt. Das Unternehmen strebt danach, Gebühren für den Empfang zu kassieren. Ein erheblicher Teil der Einnahmen soll an die Fernsehsender weitergegeben werden.

Nach früheren Informationen des Handelsblatts soll mit der Verschlüsselung zwischen dem dritten Quartal 2007 und dem zweiten Quartal 2008 begonnen werden. Im Gespräch ist eine monatliche Gebühr von 3,50 Euro.

Sollten die Pläne von SES Wirklichkeit werden, brauchen Fernsehzuschauer in Zukunft für den Satellitenempfang aller bislang frei empfangbarer Programme eine Zugangskarte (Smartcard), die eine monatliche Gebühr kostet. Derzeit sind die Satellitenprogramme noch unverschlüsselt und gratis zu empfangen. Das ist noch der große Vorteil im harten Wettbewerb zum Kabel.

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