Über Thales-Einstieg wird verhandelt
Galileo bleibt zivil

Militärische Nutzungen des europäischen Satelliten-Navigationssystems Galileo seien derzeit nicht angedacht, betont Galileo-Chef Günter Stamerjohanns.

HB MÜNCHEN. „Derzeit diskutieren wir die militärische Anwendung nicht“, sagte Stamerjohanns, Chef der künftig in München ansässigen Galileo Industries, am Montag in der bayerischen Landeshauptstadt. „Es ist vielleicht noch zu früh, diese Frage zu beantworten, auch wenn ein entsprechendes Interesse geäußert wurde.“ Stamerjohanns reagierte damit auf Aussagen von EADS-Co-Chef Rainer Hertrich, der kürzlich in einem Interview erklärt hatte, es sei kurzsichtig, die militärische Nutzung von Galileo auf Dauer auszuschließen.

Galileo, als Alternative zum US-Navigationssystem GPS geplant, soll rund 3,5 Milliarden Euro kosten und 2008 in Betrieb gehen. Das System, das 30 Satelliten umfassen wird, dürfte nach Einschätzung der Industrie über 100 000 neue Arbeitsplätze bringen. Beteiligt an Galileo Industries sind neben der EADS-Tochter Astrium auch Alenia, Alcatel sowie Systemas y Servicios. Über einen Einstag der französischen Thales wird noch verhandelt.

Stamerjohanns sagte mit Blick auf die EADS, er habe die Äußerungen zur Kenntnis genommen. Galileo wolle sich aber zunächst auf die Erschließung ziviler Märkte - etwa die satellitengestützte Gebührenerfassung bei Straßenmaut-Systemen oder Kommunikationsanwendungen - konzentrieren.

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