Überlebenskampf gegen Facebook
Anleger verlieren die Geduld mit Snap

  • 0

„Wir haben uns geirrt“

Erstmals schwächelte auch das Nutzerwachstum. Die Reichweite der Menschen, die Snaps Produkte täglich nutzten, stieg vergangenes Quartal nur auf 173 Millionen, Analysten hatten mit 175.2 Millionen gerechnet.

Die Aktie, die in den vergangenen drei Monaten ohnehin um 44 Prozent an Wert verloren hatte und inzwischen bei knapp 14 Dollar liegt - weit unter dem Ausgabepreis von 17 Dollar oder gar dem Höchstwert von knapp 27 Dollar, den sie zwischenzeitlich erreichte - stürzte nachbörslich um mehr als 14 Prozent ab.

Die Anleger verlieren zunehmend die Geduld mit Snap. Inzwischen geben selbst Investoren wie die US-Bank Morgan Stanley, die Snap mit Goldman Sachs an die Börse gebracht hatte, zu, den Wert der Firma überschätzt zu haben. „Wir haben uns geirrt und die Fähigkeit von Snap, in diesem Jahr verbesserte und neue Werbeformate zu finden, falsch eingeschätzt“, erklärte Morgan Stanley Analyst Brian Nowak in einem Brief an Kunden Mitte Juli.

Das Urteil ist hart, aber gerecht. „Fake it until you make it” (zu Deutsch: „Durch Schein zum Sein”), lautet eine beliebte Valley-Strategie, die Spiegel wie kein anderer beherrschte. Noch bei der Präsentation der letzten Zahlen im Mai hatte der 27-Jährige großspurig gescherzt, er habe keine Angst vor Facebook, trotz der Verluste in Höhe von 2,2 Milliarden Dollar, die er damals vermelden musste.

Wenige Monate später bügelt er die Fragen der Analysten schnippisch ab, wiederholt immer wieder ein Mantra: „Wir stehen noch ganz am Anfang.” Überhaupt gewährte er ungewöhnlich wenig Zeit für Nachfragen.

Eine halbe Stunde lang versuchten Spiegel und Co. die schlechten Ergebnisse kreativ schönzureden. Google, Facebook und Co. kommen allerdings mit erheblich weniger Zeit aus. Das wirkte fast so, als würde das Duo den Kritikern ausweichen wollen.

Kommentare zu " Überlebenskampf gegen Facebook: Anleger verlieren die Geduld mit Snap"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%