Übernahme des „Star Wars“-Erfinders
Frische Ideen für Micky Maus

Die Filme liefern Disney nur noch die Helden, das Geschäft macht der Konzern mit der Vermarktung von Micky, Batman und Co. Nun bekommt die Merchandising-Maschine neues Futter: Lucasfilm mit Star Wars und Indiana Jones.
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Micky Maus verbündet sich mit Darth Vader: Der Unterhaltungskonzern Disney übernimmt das Filmstudio Lucasfilm samt der legendären Filmreihen „Star Wars“ und „Indiana Jones“. Der Hollywood-Riese kauft damit wieder einmal kreative Ideen ein, die seine gut geölte Vermarktungsmaschine in Schwung halten sollen. Disney wisse seit den Gründertagen um den Wert großer Geschichten, Charaktere und imaginärer Welten, begründete Konzernchef Robert Iger die Übernahme. Wenig überraschend: Ein neuer „Star Wars“-Film ist schon in Planung.

Der Unterhaltungsgigant hat sich schon mehrfach einer solchen Frischzellenkur unterzogen: 2006 kaufte er das Animationsstudio Pixar, das mit Filmen wie „Toy Story“ und „Findet Nemo“ plötzlich die Disney-Märchen ziemlich altbacken aussehen ließ. Und 2009 übernahm er den Comic-Verlag Marvel, der mit Figuren wie Spiderman, Hulk und den X-Men seit Jahrzehnten Erzählstoff liefert.

Die beiden Übernahmen, zusammen mehr als 11 Milliarden Dollar schwer, beflügeln heute das Disney-Geschäft: Der Superhelden-Film „Avengers“, ein Schaulaufen der Mavel-Figuren, spielte an den Kinokassen die atemberaubende Summe von gut 1,5 Milliarden Dollar ein – Onkel Dagobert hätte seine Freude daran. Regisseur Joss Whedon will eine Fortsetzung drehen. Auch der Pixar-Animationsfilm „Merida“ füllt die Kassen.

Die beiden Streifen helfen, diverse Flops aus den Disney-Studios vergessen zu machen. Das Mars-Abenteuer „John Cartner“ entpuppte sich als einer der größten Kino-Misserfolge aller Zeiten, auch der „Prinz von Persien – Der Sand der Zeit“ überzeugte die Zuschauer nicht. Angesichts dieser Misserfolge musste im März Film-Chef Rich Ross gehen.

Zwar tragen die traditionsreichen Filmstudios relativ wenig zum Gesamtumsatz des Riesen-Konzerns bei, aber sie erfüllen eine wichtige Funktion: Hier werden Heldenfiguren erschaffen, die dann über die weit verzweigte Verwertungskette zu Geld gemacht werden – von den TV-Sender über die Themenparks bis zu den Merchandising-Artikeln. Auch Pixar und Marvel liefern da viel Inspiration.

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