Umsatz soll in diesem sechs Mrd. Euro übertreffen
Telekom-Wettbewerber wollen weiter wachsen

Das Wachstumstempo der mit der Deutschen Telekom konkurrierenden Netzbetreiber soll sich in diesem Jahr kaum vermindern. "Die Entwicklung unserer Mitgliedsunternehmen ist außerordentlich gut", sagte der Präsident des Bundesverbands Breitbandkommunikation (Breko), Peer Knauer, am Donnerstag in Köln.

HB KÖLN. Für 2008 peilten die Mitglieder des Verbandes, der 99 Prozent des Telekom-Wettbewerbs vertritt, einen Umsatz von 6,1 Mrd. Euro an. Das wäre ein Zuwachs von 16 Prozent. 2007 stiegen die Erlöse um 20 Prozent auf 5,6 Mrd. Euro. Der Markt werde allerdings nicht mehr so stark wachsen wie zuletzt, sagte Knauer.

Er sieht die Aufwärtsentwicklung der Telekom-Konkurrenten in Gefahr, sollte die Bundesnetzagentur ihnen weiterhin Steine in den Weg legen. Der Regulierer müsse dafür sorgen, dass sich Investitionen in eigene Netze für die Infrastrukturanbieter auch lohnten. Dafür müsse es ein Preissystem geben, das Anbieter mit eigenem Netz im Vergleich zu Wiederverkäufern (Resellern) nicht benachteilige. Zu Breko gehören Anbieter wie Telefonica, Versatel oder die Telecom-Italia-Tochter Hansenet.

Die Sorgen der Branche macht Knauer an der anstehenden Gebührenfestlegung für ein neues DSL-Produkt fest. Ein zu niedriges Entgelt für den Bitstrom-Zugang würde die Reseller ein weiteres Mal bevorzugen. Wettbewerber können mit diesem Zugang auf das Telekom-Netz ihren Kunden einen kompletten Anschluss anbieten, während die Telekom diese Kunden ganz verliert. Das macht den Zugang vor allem für Wiederverkäufer ohne ausgebautes eigenes Netz interessant. Die alternativen Netzbetreiber, die viel in eigene Infrastruktur investiert haben, müssen aber auf dem letzten Leitungsstück in die Haushalte meist auch auf das Netz des Marktführers zurückgreifen und dafür Gebühren zahlen.

Bis zum 13. Mai will die Netzagentur entscheiden, welche Preise die Telekom für die Nutzung verlangen darf. Ein Gutachten im Auftrag von Telekom-Wettbewerbern hat einen Preis von 23 Euro pro Monat für den Bitstrom-Zugang ergeben. Die Telekom hat beim Regulierer 24,76 Euro beantragt.

Um sich von der Telekom und deren Netz unabhängig zu machen, planten fast drei Viertel der Breko-Unternehmen, das eigene Glasfasernetz bis an die Haushalte zu verlängern, sagte Knauer. Dies sei auch Folge der unklaren regulatorischen Vorgaben. Denn die Konkurrenten könnten auch auf die Infrastruktur der Telekom, deren Leerrohre, zurückgreifen, um das eigene Netz aufzurüsten. Zu welchem Preis, sei jedoch offen, bemängelte Knauer.

In einem positiven Umfeld könnten die Breko-Firmen die Zahl der Anschlüsse 2008 um 23 Prozent auf 7,5 Mill. steigern, prognostiziert der Breko. Das wären ein geringeres Wachstum als 2007 mit 57 Prozent. Die Netzagentur selbst geht für den Markt von schwächeren Zuwächsen 2008 aus.

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