Umsatz und Gewinn unter Druck
HP streicht mehr als 10.000 weitere Stellen

Der Umsatz des Computer-Konzerns schrumpft weiter, dennoch verzeichnet HP immer noch einen Quartalsgewinn von mehr als einer Milliarde Dollar. Trotzdem sollen noch weit mehr Stellen wegfallen als angekündigt.
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New YorkManche Dinge sollten einem High-Tech-Unternehmen nicht passieren. Am Donnerstag ging aus Versehen die erste Seite des Quartalsberichts wenige Minuten vor Börsenschluss online. Der Umsatz ist das elfte Quartal in Folge rückläufig, der Nettogewinn trotz Kosteneinsparungen auch. Das reichte, um die Aktie auf eine späte Talfahrt zu schicken.

Doch es kam noch übler: Zu den ohnehin angekündigten 34.000 Entlassungen werden wahrscheinlich noch mal 11.000 bis 16.000 hinzukommen, vermeldete der Konzern. Die Börse verstand es so, wie es wohl auch gemeint war: Der Turn-around lässt weiter auf sich warten. Fehlende Umsätze und Gewinne mit neuen Produkten müssen durch noch mehr Kostendisziplin ausgeglichen werden. Die Aktie fiel um über zwei Prozent, konnte sich nachbörslich aber wieder erholen.

Stagnation ist ein Erfolg

Für das zweite Quartal des Geschäftsjahres meldet das Unternehmen ein Minus von einem Prozent auf 27,3 Milliarden Dollar beim Umsatz. Der Nettogewinn mit 1,27 Milliarden Dollar lag ebenfalls niedriger, nach 1,4 Milliarden Dollar im Vorjahr. „Nach der ersten Hälfte des Geschäftsjahres bin ich erfreut melden zu können, dass der Turn-around im Plan liegt“, zeigt sich Vorstandschefin Meg Whitman gewohnt optimistisch. Stagnation ist mittlerweile ein Erfolg. „Mit jedem Quartal verbessern wir unsere Systeme, Strukturen und unsere Zugänge zum Markt.“

Trotzdem werden weitere 11.000 bis 16.000 Arbeitsplätze wegfallen. Das kündigte Whitman bei der Gelegenheit an. Ein Thema, das die frühere Ebay-Chefin im Analysten-Call dann offen ansprach. „Kein Unternehmen mag Arbeitsplatzabbau“, räumt sie ein, aber gleichzeitig „versteht jedermann, in welchem Turn-around wir uns befinden und wie die Realitäten am Markt sind“. Die Realitäten scheinen schlecht: Analyst Toni Sacconaghi von Sanford C. Bernstein stellte fest, dass die Zahl der Entlassungen von 27 über 29 und 34 jetzt auf bis zu 50.000 angewachsen sei. Das „fühlt sich an wie ein völlig neues Restrukturierungsprogramm“, merkte er verwundert an.

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