Umsatzplus
Werbeagenturen im Aufwind

Die Krise ist endlich vorbei, das Werbegeld sitzt wieder lockerer. Nach einem harten Werbejahr 2009, in dem viele werbetreibende Unternehmen ihre Projekte teilweise im vollen Lauf gestoppt haben, rappeln sich jetzt viele Werbeagenturen wieder auf. Der Agenturverband GWA spricht in seiner Herbstumfrage bereits von Aufschwung.
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DÜSSELDORF. Es geht wieder aufwärts: Nach einem harten Werbejahr 2009, in dem viele werbetreibende Unternehmen ihre Projekte teilweise im vollen Lauf gestoppt haben, rappeln sich jetzt viele Werbeagenturen wieder auf. Zu diesem Ergebnis kommt eine bislang unveröffentlichte Umfrage des Gesamtverbandes Kommunikationsagenturen (GWA). Die befragten Unternehmen erwarten für 2010 ein Umsatzplus von im Schnitt 6,2 Prozent, für 2011 einen Zuwachs von immerhin 5,2 Prozent. Der GWA deckt nach eigenen Angaben rund 80 Prozent des relevanten Agenturmarktes ab. Die Mitgliedsagenturen erzielen insgesamt einen Umsatz von zwei Milliarden Euro.

„Man merkt es deutlich, die Stimmung in den Agenturen ist viel besser geworden“, sagt Peter John Mahrenholz, GWA-Präsident und Chef der Agentur Draft FCB. „Es gibt eine klare positive Entwicklung, die sich nicht nur auf einige wenige Anbieter beschränkt.“ Nach einem desaströsen Werbejahr 2009 komme man nun wieder „nahe an das Niveau von 2008 heran“. Allein in Mahrenholz’ Agentur war 2009 der Umsatz um 25 Prozent auf 17,1 Millionen Euro eingebrochen. Auch andere Agenturen wie Publicis oder Young & Rubicam ließen kräftig Federn.

Doch nun soll es bergauf gehen, das beobachtete jüngst auch Martin Sorrell, Chef des weltweit größten Werbenetzwerkes WPP, zu dem Agenturen wie Grey, Ogilvy & Mather und JWT zählen. Für Deutschland erwartet der Werbeboss ein Umsatzplus von zwei Prozent: Der deutsche Markt „erholt sich, anders als etwa der französische oder spanische Markt, außerordentlich schnell“. Auch die Gewinnaussichten seien gut, besser noch als 2008.

Der Renditezuwachs der Agenturen werde dieses Jahr bei im Schnitt 31 Prozent liegen, schätzt sogar der Branchenverband GWA. Dass die Gewinnaussichten derart rosig sind, liegt vor allem auch daran, dass viele Werbeagenturen ihre Kosten drastisch reduziert haben: 42 Prozent der befragten GWA-Mitglieder kappten 2009 ihre Ausgaben, dabei standen neben Personalkosten vor allem die Reisekosten auf dem Prüfstand.

„Natürlich haben wir überlegt: Müssen wirklich drei Leute zum Kunden – oder reicht nicht auch einer?“, sagt Martin Wider, Deutschlandchef der Networkagentur JWT. Wider musste seine Mannschaft kräftig ausdünnen, mehr als zehn Prozent verließ das Haus. Heute arbeiten noch etwa 200 Werber für JWT in Deutschland.

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