US-Konzern macht möglicherweise bald Ebay und Zeitungen Konkurrenz
Google probiert Kleinanzeigen aus

Die Internet-Suchmaschine Google wird möglicherweise bald ins Geschäft mit Online-Kleinanzeigen einstiegen und damit den Druck auf die Erlöse von Printmedien erhöhen. Das neue Modell dürfte auch Ebay fuchsen.

je PORTLAND. Der Konzern bestätigte, dass er einen neuen Dienst namens Google Base teste. Dabei handelt es sich um einen Kleinanzeigendienst, auf dem Nutzer gegen Gebühr von der Wohnungsvermietung bis zum Wunsch nach einem Ehepartner alles veröffentlichen können. Eine Auktionsplattform sei aber nicht geplant, versicherte Google.

In dem rastlosen Streben nach Innovation und neuen Erlösquellen tritt Google damit nur der Internet-Konkurrenz auf die Füße, sondern saugt weitere Erlöse von den Druckmedien, vor allem Tageszeitungen ab. Ursprünglich waren Beobachter davon ausgegangen, dass Google lediglich eine Suchfunktion für die Kleinanzeigenangebote anderer einrichten würde.

Seit Aufkommen des Internets mit Auktionssites wie Ebay, Kontaktbörsen wie Craigslist oder Stellenvermittlungen wie Yahoo Hotjobs sind die Kleinanzeigen-Erlöse von Zeitungen dramatisch geschrumpft. Dennoch hat das Geschäft in den USA noch ein Volumen von rund 16 Mrd. Dollar pro Jahr. „Es ist absolut sinnvoll für Google, in diesen Markt einzusteigen“, schreibt Analyst Imram Khan von JP Morgan Securities. „Google hat Millionen von Nutzern für ihre Suchmaschine und die Geduld für ein neues Produkt“, sagte Peter Zollman von der Marktforschungsfirma Classified Intelligence gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Google-Chef Eric Schmidt sagte bereit im Juni, dass die Internet-Firma an einer eigenen Zahlungsabwicklung nach dem Muster von Ebay-Tochter Paypal arbeite. Als gebührenpflichtige Plattform für das Angebot von Waren und Leistungen mit eigener Zahlungsvermittlung wäre Google ein gefährlicher Konkurrent. Ein Analyst setzte seine Bewertung für Ebay bereits um eine Stufe herab mit dem Hinweis auf die Konkurrenz von Google.

JP-Morgan-Analyst Khan sieht allerdings keine so große Gefahr für Ebay. Die Auktionsplattform sei der dominante Anbieter mit einem festen Kundenstamm. Sein gewachsenes System von sicherer Zahlungsabwicklung und Schutzmechanismen gegen Betrug gäben dem Unternehmen einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil.

Google werde Ebay nicht so schnell die Butter vom Brot nehmen, schreibt auch Analyst Jordan Rohan von RBC Capital Markets. Trotz des Erfolges als Suchmaschine sei Google nicht allmächtig, sagen Analysten. Weder ihr E-Mail-Dienst Gmail noch der Einkaufsservice Froogle konnten die Marktführer in diesen Bereichen verdrängen.

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