US-Mobilfunkfirma
Telekom-Anlegern missfällt mögliches Interesse an Sprint Nextel

Telekom-Anleger sehen ein mögliches Engagement der Deutschen Telekom bei der US-Mobilfunkfirma Sprint Nextel skeptisch. Die Aktie der Telekom gab deutlich nach. Sprint Nextel konnte vor US-Börsenstart deutlich zulegen.

HB DÜSSELDORF. Telekom-Anleger befürchten große Integrationsprobleme, weil die Firmen mit unterschiedlichen Technologien arbeiten, und schrecken vor den Milliardenaufwendungen zurück. Die T-Aktie lag am Montag zeitweise fast zwei Prozent im Minus bei 11,74 Euro. Medienberichten zufolge prüft die Telekom Optionen für einen Kauf oder eine Fusion. Der Konzern selbst nahm zu den Spekulationen keine Stellung.

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass sich die Telekom derzeit zu diesem Schritt entschließt", sagte Fondsmanager Heinrich Ey von Allianz Global Investors. Zwar sei angesichts des starken Kursrückgangs von Sprint Nextel die Gelegenheit auf den ersten Blick günstig, mit einem Schlag die Nummer eins der landesweiten US-Mobilfunkanbieter vor AT&T und Verizon Wireless zu werden. Andererseits würde die Telekom dann vor der großen Aufgabe stehen, die unterschiedlichen Netzwerktechnologien zusammenzuführen, sagte Ey. Sprint Nextel habe sich genau damit verzettelt und Kunden verloren. Händler äußerten sich ähnlich. Die Analysten von Merck Finck bezweifelten, dass die US-Regierung es zulassen würde, einem ausländischen Unternehmen die Marktführerschaft zu überlassen.

Ey gab auch zu bedenken, dass die Telekom derzeit kurz vor der Übernahme von Anteilen der griechischen Regierung an OTE stehe, was Managementkapazitäten binde. "Die Telekom will sich unabhängiger machen vom deutschen Geschäft. OTE ist ein richtiger Schritt dazu. Mit Sprint würde sich die Telekom aber keinen Gefallen tun."

2000 hatte die Telekom nach eigenen Angaben eine Übernahme von Sprint geprüft, sich dann aber für annähernd 40 Mrd. Euro Voicestream einverleibt, um auf dem US-Markt Fuß zu fassen. Das hatte dem Konzern nicht nur Lob eingebracht. Doch T USA-Mobile ist der Wachstumstreiber des Konzerns, dessen Heimatgeschäft stagniert. T-Mobile ist zwar der kleinste der vier landesweiten US-Mobilfunkanbieter, wächst aber am schnellsten.

Sprint Nextel - der Branchendritte in den USA - verliert seit Monaten nicht zuletzt wegen eines schlechten Kundendienstes und Netzwerkproblemen Marktanteile. Die hausgemachten Probleme belasten den Aktienkurs enorm: Seit Juni 2007 hat das Papier über 60 Prozent an Wert verloren und notiert noch bei rund acht Dollar. An der Börse wird Sprint mit 22 Mrd. Dollar bewertet. "Inklusive einer Prämie müsste die Telekom 25 bis 30 Mrd. Dollar bezahlen und 20 Mrd. Dollar Schulden übernehmen", sagte Ey. Am Montag beflügelten die Spekulationen über einen Einstieg der Telekom die Aktien, die vorbörslich gut zehn Prozent zulegten. Sprint hatte Nextel 2005 für etwa 35 Mrd. Dollar übernommen, schrieb den Firmenwert aber fast komplett ab.

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