US-Zeitschriftenmarkt
Bloomberg poliert die „Business-Week“ auf Hochglanz

Der amerikanische Medienmogul setzt nach der Übernahme des angeschlagenen Traditionsblattes auf Integration von Print, Internet und Nachrichtenagentur - und greift mit Millioneninvestitionen die angeschlagene Konkurrenz an. Im Gegenzug soll der Abo-Preis erhöht und das Internetangebot kostenpflichtig werden.
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NEW YORK. Gegen den Trend und trotz Medienkrise investiert Multimilliardär Michael Bloomberg in das angesehene, aber angeschlagene US-Wirtschaftsmagazin "Business-Week". "Wir werden demnächst 20 Prozent mehr redaktionellen Inhalt bekommen und Bloomberg wird in schwereres Papier investieren", kündigte John Byrne, Mitglied der Chefredaktion des Magazins, in einem Interview mit dem Handelsblatt an. Im Gegenzug solle unter anderem der Abo-Preis erhöht und ein teilweise kostenpflichtiges Internetangebot eingeführt werden.

"Wir glauben daran, dass ein gut gemachtes, hochwertiges Magazin hart arbeitenden Geschäftsleuten am Wochenende Mehrwert bieten kann. Dafür sind sie dann auch bereit zu zahlen", fügte Byrne hinzu. Intelligente Analyse sei auch im Internet schwer zu erhalten. "Man mag es in einem Blog oder an einem andere Ort im Web finden. Aber das bedeutet Suche und die Zeit vieler Menschen ist zu kostbar für solche Aktionen."

Mitte Oktober hatte Bloomberg das 80 Jahre alte, hoch defizitäre Traditionsblatt erworben und Berichten zufolge lediglich fünf Mio. Dollar dafür bezahlt. Bloomberg, derzeit Bürgermeister von New York, hatte seine Milliarden mit Datenterminals für die Handelsräume der Wall Street gemacht. Diese hatte er durch eine hochspezialisierte Finanznachrichtenagentur ergänzt. Das Mediengeschäft war zunächst ein Anhängsel der Terminalaktivitäten und leidet bis heute trotz seiner unbestrittenen Qualität unter dem Ruf, für Bloomberg nur Mittel zum Zweck zu sein. Mit der Übernahme des demnächst unter dem Titel "Bloomberg BusinessWeek" erscheinenden Magazins soll die Reputation des Nachrichtengeschäftes aufpoliert werden. Die Akquisition wird Anfang Dezember abgeschlossen sein. Ein Gremium um Josh Tyrangiel, bislang Vize-Chefredakteur beim "Time Magazine", und Byrne soll die Integration leiten.

Dem Magazin stehen Entlassungen noch bevor, nach Byrnes Worten könnten demnächst 20 bis 30 Prozent der Inhalte von Journalisten der Nachrichtenagentur bestritten werden. Byrne setzt darauf, dass das Magazin mit Bloomberg im Rücken die Zeit bekommt, ein Geschäftsmodell für das Internetzeitalter zu entwickeln, die die Konkurrenz nicht hat. "Wir haben das Glück, dass unser neuer Besitzer sich eine langfristige Perspektive leisten kann, ohne sofort auf Gewinne gucken zu müssen.

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