Valley Voice
Boykottiert das Oktoberfest!

Bayern bereitet sich auf die größte Feier des Jahres vor, auf traditionelle Musik, Bier und Brezeln. München will sechs Millionen Besucher aus der ganzen Welt mit Gastfreundschaft umgarnen, auch aus den USA und dem Silicon Valley. Nur Flüchtlinge sind nicht eingeladen. Ein Kommentar für internationale Leser.
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Auch Menschen, die Deutschland vielleicht nie besucht haben, kennen das Oktoberfest. Das ist jene Zeit im September und Oktober, in der Deutschland das Leben feiert, mit Blasmusik, Bier und Brezeln. Jeder ist willkommen. Jedes Jahr reisen mehr als sechs Millionen Besucher aus der ganzen Welt nach München, im Zug beispielsweise, und freuen sich auf bayerische Gemütlichkeit und Gastfreundschaft.

Dieses Mal ist alles anders. Europa ist Zentrum der weltweiten Flüchtlingskrise. In den vergangenen Wochen strandeten tausende Menschen in Deutschland und in München. Sie hoffen auf eine bessere Zukunft, eine sichere Unterkunft oder nur ein freundliches Wort. Nun müssen sie erfahren, dass die berühmte bayerische Gastfreundschaft während des Oktoberfests ihre Grenzen hat.

Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer, Parteichef der Christlich-Sozialen Union (CSU), ein bekannter Politiker einer konservativen Partei in Bayern, möchte nicht, dass München während des Oktoberfests in ebensolchem Maße ein Anlaufpunkt für Flüchtlinge bleibt wie bisher. Er werde dazu „Vorkehrungen“ treffen. Mehr als die Hälfte aller Bayern unterstützen Seehofers Partei politisch.

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Stören Flüchtlinge die Bratwurst-Stimmung? Ist kein Platz auf der Theresienwiese für Menschen, die gerade eine lebensbedrohende Reise hinter sich haben? Was zum Teufel stimmt eigentlich nicht mit Ihnen, Herr Seehofer?

Lieber Leser, Sie können einwenden, dass Deutschland sich schon genug um Flüchtlinge gekümmert hat. Sie mögen auch sagen, dass viele andere Länder inklusive der USA viel weniger tun und der Bau eines Zauns gegen mexikanische Flüchtlinge nur ein Punkt auf einer langen dunklen Liste ist. Und vielleicht finden Sie sogar das Oktoberfest und Bayern ziemlich uninteressant.

Ich bin jedoch davon überzeugt, dass es immer um die kleinen Dinge geht. Meistens erkläre ich hier den Deutschen das Silicon Valley. Dieses Mal ist es anders herum. Heute möchte ich dem Silicon Valley erklären, was es über das Oktoberfest wissen muss. Wenn irgendjemand nach München reist, um Bayerische Gemütlichkeit und Gastfreundschaft zu feiern, unterstützt er eine Lüge. Deshalb, liebe Leser, tun Sie das nicht. Boykottieren Sie das Oktoberfest!

There is also an English version of this column.

Immer dienstags schreibt Britta Weddeling, Korrespondentin für die Themen Internet und Netzwirtschaft des Handelsblatts im Silicon Valley, über die neusten Trends und kleinen Kuriositäten im Tal der Nerds.

Kommentare zu " Valley Voice: Boykottiert das Oktoberfest!"

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  • Für diese Kolumne gilt das Motto: "Unrat vorbeischwimmen lassen!"

  • Ich haette mal eine Frage an die Miss Britta Weddeling, die sich im schoenen California aufhaelt. Wieviele Fluechtlinge hat den die USA aufgenommen? 10,000? Deutschland hat bald das 10fache an Menschen Unterschlupf gewaehrt. Wer hat denn am lautesten geklatscht beim Arabischen Fruehling? Wer unterstuetzt denn den Krieg der Opposition gegen Assad und dehnt damit den Krieg auf Jahre aus? Wir muessen den Fluechtlingen helfen und Deutschland tut bereits sein Bestes. Aber wo ist den die USA? Die USA ist viel groesser als Deutschland und kann locker 6 Millionen Fluechtlinge aufnehmen. Oder will man sie dort auch nicht?

  • Sehr schade, dass Sie so über München und die Bayern denken. Mich würde allerdings schon interessieren, wo bzw. wie Sie für diesen sinnfreien Artikel recherchiert haben?! In Ihrer neuen Wahlheimat? Kann mir vorstellen, dass 90% der Amerikaner überhaupt nicht mitbekommen, was im Rest der Welt (speziell in Ländern wie Syrien) passiert...Oder ist der Artikel eine späte Rache weil Sie letztes Jahr nicht in's Zelt reingekommen sind?

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