Verband Deutscher Zeitschriftenverleger
„Zeitschriften so stark genutzt wie noch nie“

In Deutschland kamen allein im vergangenen Jahr 111 neue Zeitschriften auf den Markt. Zwar machten auch 60 wieder dicht, dennoch ist die Lage insgesamt stabil, sagen die Verleger.
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BerlinZeitschriften werden nach Angaben der Verleger so stark genutzt wie noch nie. Trotz Computer und Smartphone lesen immer noch mehr als 90 Prozent der Deutschen Publikumszeitschriften auf Papier. Daneben erreichen die Online-Angebote der Verlage 72 Prozent der Bevölkerung. „Die Zeitschriftenverlage sind voll im Digitalen angekommen“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), Stephan Scherzer, am Montag in Berlin. „Print gegen Digital sind Schlachten von gestern.“

Beim Vertrauen der Leser haben einer Umfrage zufolge die traditionellen Medien ihren Vorsprung ausgebaut. Angesichts der weiter wachsenden Informationsflut setzen 77 Prozent der Nutzer auf die Zuverlässigkeit von Zeitungen und Zeitschriften, Radio und Fernsehen. Im vergangenen Jahr waren es noch 63 Prozent. Zeitungen und Zeitschriften blieben auch klar Meinungsführer in der öffentlichen Diskussion. Mit vier von fünf Nennungen waren sie eindeutig die meistzitierten Medien.

Für 2014 rechnen die Zeitschriftenverleger laut Scherzer mit einem stabilen Jahr. Der Umsatz werde über alle Geschäftsfelder etwa bei den 14,85 Milliarden Euro von 2013 bleiben. Die Trendumfrage des Verbands lasse zwar bei den Anzeigen ein Minus von 1,5 Prozent, beim Vertrieb 0,5 Prozent weniger erwarten. Dafür rechne man im Digital- und Online-Geschäft mit teils deutlichen Zuwächsen. Die Auflage der Publikumszeitschriften ging leicht von 109,7 (2012) auf 106,4 im vergangenen Jahr zurück, gleichzeitig gab es 51 Titel mehr am Markt.

„Die deutschen Zeitschriftenverleger tragen mit über 6000 periodisch erscheinenden Titeln, Websites und mobilen Angeboten zur Informationsvielfalt in unserer pluralen Gesellschaft bei“, sagte Scherzer. Er warnte vor weiteren Werbeverboten und forderte einen reduzierten Mehrwertsteuersatz auch für digitale Medienprodukte. Zudem müsse die EU das wettbewerbswidrige Verhalten von Google unterbinden, mit der Suchmaschine eigene Angebote zu bevorzugen.

Dem Verband der Zeitschriftenverleger gehören eigenen Angaben zufolge rund 430 Verlage mit mehr als 3000 Titeln an - rund 80 Prozent des deutschen Zeitschriftenmarktes.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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