Vereinbarung mit Gewerkschaft sorgt für Aufruhr
Deutsche Telekom sponsert Verdi-Mitglieder

Telekom-Chef Kai-Uwe Ricke spaltet die Gewerkschaften im eigenen Unternehmen: Stein des Anstoßes ist die Vereinbarung mit der Gewerkschaft Verdi über einen Sozialfonds, den die Deutsche Telekom mit 9,3 Mill. Euro ausstatten will. Das Geld soll in einen gemeinnützigen Verein fließen, den Verdi gründet. Leistungen daraus sollen ausschließlich Verdi-Mitglieder erhalten, bestätigte die Gewerkschaft dem Handelsblatt. Das allerdings erregt den Argwohn anderer Beschäftigter, die sich übergangen fühlen.

BERLIN/DÜSSELDORF. „Für uns ist dies ein nicht akzeptables Vorgehen“, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft DPVKOM dem Handelsblatt. Die DPVKOM gehört zur Gewerkschaftsfamilie des Deutschen Beamtenbundes und organisiert in Konkurrenz zu Verdi bei der Telekom sowohl Beamte als auch Arbeitnehmer.

Pikant an dem Vorgang ist, dass die 9,3 Mill. Euro durch einen Gehaltsverzicht der Mitarbeiter der Deutschen Telekom AG aufgebracht wurden. Denn bei dem Betrag handelt es sich um das Restguthaben eines in diesem Jahr ausgelaufenen Härtefallfonds, der bisher gemeinsam von Verdi und Telekom geführt wurde.

Der ursprüngliche Fonds mit einem Volumen von 18,5 Mill. Euro war 2004 im Zusammenhang mit einem Beschäftigungsbündnis aufgelegt worden. Dabei kürzte die Telekom die Wochenarbeitszeit von etwa 100 000 Mitarbeitern um zehn Prozent. Die Betroffenen haben dafür auf Teile ihres Gehalts verzichtet. Die Telekom sparte dadurch nach eigenen Angaben „einen mittleren dreistelligen Millionenbetrag“ und rettete 10 000 Jobs. Zudem vereinbarte sie mit Verdi einen Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen bis 2008.

Um mögliche soziale Härtefälle als Folge des Gehaltsverzichts abzufedern, wurde der Fonds eingerichtet, in dem nun noch 9,3 Mill. Euro liegen. Verdi feiert den Betrag in einem Rundschreiben von Anfang Juli als „Exklusiv-Komponente“. „Ausschließlich Beschäftigte der DTAG, die Verdi-Mitglied sind, können Mittel aus dem Fonds erhalten“, heißt es dort.

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