Vereine kassieren für Radioberichte aus Stadien
Auch Eurosport bietet jetzt für Bundesliga-Fernsehrechte

Der europäische Sportkanal Eurosport steigt trotz steigender Preise in den Bieterwettbewerb um die Fußball-Bundesliga ein. „Wir sind sehr finanzkräftig. Wir werden ein Angebot abgeben“, sagte Jacques Konrad Raynaud, Deutschlandchef von Eurosport, dem Handelsblatt.

hps DÜSSELDORF. Voraussetzung dafür ist die Zustimmung des Mutterkonzerns TF 1. Der Spartenkanal ist aber nicht nur an den Fernsehrechten der ersten und zweiten Liga interessiert. „Wir schauen uns auch die Internetrechte genau an“, sagte der 39-jährige Fernsehmanager.

Eurosport ist ein Tochterunternehmen des französischen Fernsehkonzerns TF 1, an dem der Mischkonzern Bouygues zu knapp 42 Prozent beteiligt ist. Der Sender mit 294 Mill. Euro Jahresumsatz ist in 19 verschiedenen Sprachen in über 104 Millionen Haushalten in Europa zu empfangen. Eurosport ist in Deutschland der schärfste Gegner des Deutschen Sportfernsehens (DSF). Diese Tochter des Medienunternehmens EM.TV besitzt derzeit die Fernsehrechte an der zweiten Bundesliga.

Die Franzosen strotzen derzeit vor Selbstbewusstsein. Der Sender hat jetzt die Pariser Firma KSO vollständig übernommen. KSO veranstaltet die Tourenwagenweltmeisterschaft. Sie ist die einzige offizielle Weltmeisterschaft im Automobilsport neben der Formel 1 und der Rallye-WM. „Wir wollen nicht nur Fernsehrechte einkaufen, sondern ganze Sportarten“, sagte Raynaud zur Begründung. Der Preis liegt laut Branchenkennern im „niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“.

Unterdessen dürfen sich die Fußballvereine auf Zusatzeinnahmen freuen. Nach einem am Dienstag verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) in Karlsruhe müssen Radiosender für die Berichterstattung über Fußball-Bundesligaspiele aus den Stadien an die Klubs zahlen. Sie müssen künftig für die Live-Berichterstattung von einem Spiel eine Hörfunklizenz erwerben. Die Kosten dafür liegen zwischen 1 150 und 28 200 Euro.

Mit dem BGH-Urteil wurde ein Streit von Radio Hamburg mit dem FC St. Pauli und dem Hamburger SV entschieden. In der Medienbranche gab es dazu am Dienstag scharfe Kritik. Der Verband Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT) sieht das Recht auf freie Sportberichterstattung gefährdet. Die Radios bestreiten die Existenz von Hörfunkrechten. Denn im Gegensatz zum TV übertrage der Hörfunk keine Bilder. Die farbige Schilderung des Spielverlaufs sei die kreative Leistung des Reporters, argumentieren die Radios.

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