Verkauf des schwedischen Geschäfts
Lycos steht vor schwarzen Zahlen

Für die Internetfirma Lycos Europe sind schwarze Zahlen in greifbare Nähe gerückt. Sondererlöse hieven den chronischen Verlustbringer aus dem Bertelsmann-Konzern voraussichtlich in die Gewinnzone. Lycos-Chef Christoph Mohn hatte sich zuletzt mit schwedischen Breitbandunternehmen Glocalnet über den Verkauf des schwedischen Zugangsgeschäfts Spray geeinigt.

hps DÜSSELDORF. Glocalnet zahlt 18,9 Mill. Euro an Lycos. Nach Unternehmensangaben wird es dadurch zu einem Ergebnisbeitrag von 8,1 Mill. Euro im vierten Quartal kommen.

Vor knapp zwei Monaten hat Lycos bereits das Portalgeschäft von Spray an Aller Svenska für 16 Mill. Euro verkauft. Das Geschäft brachte Lycos schon im dritten Quartal in die schwarze Zahlen. Zuletzt machte jedoch das schwache Werbegeschäft dem Unternehmen zu schaffen. Für das Gesamtjahr verspricht Mohn einen Nettogewinn von rund fünf Mill. Euro.

Mit dem Ausstieg bei Spray hat Lycos sein Portfolio bereinigt. „Wir planen keine weiteren Verkäufe mehr“, sagte eine Unternehmenssprecherin gestern. Der Aktie hat der jüngste Verkauf nicht genutzt. Das Papier sank gestern um mehr als drei Prozent auf 94 Cent. Lycos Europe hat seit seinem Börsengang vor sechs Jahren über eine halbe Mrd. Euro verbrannt.

Bertelsmann will unterdessen sein Engagement bei Lycos nicht ausbauen. Der Anteil von derzeit 20 Prozent werde nicht erhöht, hieß es in Unternehmenskreisen. Seit langer Zeit versucht der Gesellschafter Telefonica seine Anteile an Lycos verkaufen.

Bei Bertelsmann wird der Lycos-Chef Christoph Mohn künftig eine wichtigere Rolle spielen. Vor eineinhalb Wochen zog der 41-jährige Sohn von Liz und Reinhard Mohn in den Aufsichtsrat von Europas größtem Medienkonzern ein.

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