Verkaufsspekulationen
Fujitsu Siemens bleibt gelassen

Die Marktanteile gesunken, der Gewinn nach wie vor minimal: Fujitsu Siemens Computers (FSC) steht derzeit schwer unter Druck. Trotzdem rechnet FSC-Chef Bernd Bischoff damit, dass die beiden Anteilseigner an dem Gemeinschaftsunternehmen festhalten. Von einem Verkauf des wenig profitablen Computerherstellers will Bischoff nichts wissen.

AUGSBURG. „Ich habe nicht gehört, dass Siemens oder Fujitsu aussteigen wollen“, sagte FSC-Chef Bernd Bischoff am Mittwoch in Augsburg auf einer Hausmesse des Konzerns. In den vergangenen Wochen war wiederholt spekuliert worden, Siemens könne FSC abstoßen. Der Grund: Der erst diesen Sommer angetretene Konzernchef Peter Löscher hat jüngst eine neue Aufteilung des Traditionsunternehmens angekündigt. Demnach wird Siemens in drei Sparten unterteilt: Gesundheit, Energie und Infrastruktur. FSC lässt sich diesen Bereichen aber nicht zuordnen.

Trotzdem sieht Bischoff Europas größten Computerproduzenten keineswegs in Gefahr: „Fujitsu Siemens wird es auch in zehn Jahren noch geben. Peter Löscher hat nie gesagt, dass er damit aufhören will.“ Die Gerüchte über eine Trennung kamen auch deshalb auf, weil der Vertrag über die Zusammenarbeit zwischen Siemens aus München und dem japanischen Elektronikkonzern Fujitsu im Jahr 2009 ausläuft. Bischoff zufolge ist aber damit zu rechnen, dass die Vereinbarung verlängert wird.

In der in München angesiedelten Gesellschaft haben die beiden Konzerne ihr europäisches Computergeschäft gebündelt. Die räumliche Begrenzung auf Europa, den Nahen Osten und Afrika ist eine der größten Schwierigkeiten von FSC. Denn die wichtigsten Märkte des Unternehmens in Westeuropa sind gesättigt, dort toben Preiskämpfe. Die wachsenden Schwellenländer Asiens bedient dagegen Fujitsu selbst.

So ist FSC auch deutlich weniger profitabel als andere große Computeranbieter wie Dell oder Hewlett-Packard. In den ersten sechs Monaten des laufenden Geschäftsjahrs, also von April bis Ende September, erreichte das Unternehmen einen Umsatz von drei Mrd. Euro und einen mageren Vorsteuergewinn von 14 Mill. Euro.

Dazu kommt, dass das Unternehmen Marktanteile verliert. Als einziger der fünf größten Anbieter lieferte FSC in Europa im dritten Quartal weniger PCs aus als im Vorjahr. Deshalb fiel der Marktanteil nach Berechnungen der Experten von Gartner um einen Prozentpunkt auf 5,1 Prozent. Zum Vergleich: Marktführer Hewlett-Packard steigerte seinen Marktanteil von 17,4 auf 20 Prozent. FSC-Chef Bischoff versprach allerdings, dass sein Unternehmen in den derzeit laufenden zweiten sechs Monaten des Geschäftsjahrs wieder zulegen werde. „Der Oktober war gut und der November entwickelt sich auch gut“, sagte er.

FSC versucht sich als Computeranbieter zu profilieren, der sich stärker als die Konkurrenz um einen geringen Stromverbrauch seiner Geräte und eine umweltfreundliche Produktion bemüht. Ein durchschlagender Erfolg ist das jedoch nicht. „Wir werden noch nicht als das grüne Unternehmen anerkannt, das wir eigentlich sind“, sagt Technikvorstand Joseph Reger. Die Münchener kümmern sich schon seit Jahren um das Thema und haben schon 1993 einen so genannten „Green PC“ in die Läden gebracht. Inzwischen hat jedoch die gesamte Branche den Trend aufgenommen. Weltweit tätige Konzerne wie Hewlett-Packard und IBM drängen mit aller Macht in das Geschäft und haben wegen ihrer Größe viel mehr Möglichkeiten in Forschung und Entwicklung sowie im Marketing.

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