Verlage
Bertelsmann kauft bei Random House zu

Bertelsmann kauft weitere Anteile an dem Verlag Penguin Random House. Der Medienkonzern aus Gütersloh hält nun 75 Prozent an Random House – und bewertet den Großverlag mit 3,55 Milliarden Euro.
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FrankfurtDer Medienkonzern Bertelsmann stockt seinen Anteil beim weltgrößten Buchverlag Penguin Random House auf 75 Prozent auf. Die Gütersloher übernehmen 22 Prozent vom Miteigentümer Pearson, wie beide Konzerne am Dienstag mitteilten. Die Briten behalten damit 25 Prozent an Penguin Random House und bekommen unterm Strich 968 Millionen Dollar. Die gemeinsame Verlagstochter wird den Angaben zufolge mit 3,55 Milliarden Dollar bewertet.

Bertelsmann-Chef Thomas Rabe sprach von einem historischen Deal. „182 Jahre nach der Veröffentlichung des ersten Bertelsmann-Buches stehen wir kurz davor, 75-Prozent-Eigentümer bei der weltweit führenden Publikumsverlagsgruppe zu werden.“

Vor fast genau vier Jahren hatten Bertelsmann und Pearson ihre Buchverlagsgeschäfte – Random House und Penguin Group – gebündelt. Die Gütersloher hielten 53 Prozent, die Briten 47 Prozent. Bertelsmann hatte zuletzt wiederholt betont, seinen Anteil an dem Verlag mit Bestsellern wie „Fifty Shades“ und dem Thriller „Girl on the Train“ auszuweiten.

Mehr als 75 Prozent will der Konzern jedoch nicht übernehmen. Verlagschef Markus Dohle, der auch Mitglied im Bertelsmann-Vorstand ist, soll das Unternehmen wie bisher führen. Pearson hatte nach einem Milliardenverlust 2016 Einsparungen und Geschäftsverkäufe angekündigt. An der Börse kletterte die Pearson-Aktie kurz nach dem Handelsstart um rund 2,4 Prozent.

Bei der erfolgsverwöhnten Verlagstochter Penguin Random House lief das Geschäft im vorigen Jahr allerdings nicht mehr so gut wie zuvor. Der Umsatz brach um 9,6 Prozent auf 3,4 Milliarden Euro ein, das Betriebsergebnis schrumpfte um 3,6 Prozent auf 537 Millionen Euro. Verantwortlich dafür war neben Beteiligungsverkäufen und der Abwertung des britischen Pfunds infolge der Brexit-Entscheidung vor allem Amazon. Von dem Online-Händler hängt ein Großteil des Geschäfts von Penguin Random House ab.

Amazon hatte Bücher in früheren Jahren mit Rabatten losgeschlagen und damit die Verkaufszahlen und den Umsatz angekurbelt. Mit der Rückkehr zu alten Verkaufspreisen fielen auch die Gesamterlöse auf ein Normalmaß zurück.

2013 hatten Bertelsmann und Pearson ihre Buchgeschäfte Random House und Penguin zu einer neuen Gesellschaft zusammengelegt. Die Gütersloher hielten dabei von Anfang an die Mehrheit von 53 Prozent und stellten mit Markus Dohle den Vorstandsvorsitzenden. Die damalige Vereinbarung sah ab dem 1. Januar 2017 eine Ausstiegsoption für Pearson vor. Bertelsmann hatte von Anfang an Interesse an einem Teil der Pearson-Anteile gezeigt. Auf Penguin Random House hat die Anteilsaufstockung von Bertelsmann keine Auswirkungen, die Eigenständigkeit der mehr als 250 Einzelverlage der Gruppe bleibt unberührt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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