Verlagsgruppe
Sanierungsexperte soll Weltbild auf Kurs bringen

Der ehemalige Karstadt-Sanierer Schultheis hilft beim Weltbild-Verlags aus. Er soll dort den Umbau zum digitalen Buchhandel forcieren. Doch nicht immer, wenn Schultheis gerufen wurde, konnte er tatsächlich helfen.
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MünchenDie angeschlagene Verlagsgruppe Weltbild will mit dem Sanierungsexperten Josef Schultheis wieder in die schwarzen Zahlen kommen. Er werde ab November zusammen mit den Geschäftsführern Carel Halff und Martin Beer den Umbau zugunsten des digitalen Buchhandels vorantreiben, teilte der von der katholischen Kirche getragene Konzern mit 6800 Mitarbeitern am Montag mit. Schultheis solle als Restrukturierungschef die Interessen aller Beteiligten koordinieren, darunter Arbeitnehmer und Banken.

Schultheis gilt als Mann für schwere Fälle, nicht immer kamen seine Kunden später wieder in die Spur: Er hatte zeitweise die Sanierung des Kaufhauskonzerns Karstadt als Finanzchef begleitet. Bis ins vergangene Jahr saß er im Vorstand der strauchelnden Baumarktgruppe Praktiker, die jedoch mittlerweile abgewickelt wird. Auch der österreichische Baukonzern Alpine hatte Schultheis als Restrukturierungsmanager an Bord geholt. Zwei Monate nach seinem Abschied brach Alpine im Juni zusammen - es war die größte Pleite Österreichs.

Weltbild hatte das Tempo des digitalen Umbruchs in der Branche unterschätzt. Während das Geschäft in den Buchläden rasant schrumpft, bestellen die Kunden zunehmend Bücher im Internet oder laden sich gleich E-Books herunter. Der Verlag zählt mit seiner Buchhandelskette, die zusammen mit Hugendubel betrieben wird, zu den Marktführern in Deutschland. Online ist die Augsburger Gruppe mit dem Portal weltbild.de und dem zusammen mit Axel Springer und Georg von Holtzbrinck betriebenen Shop buecher.de hierzulande einer der größten Konkurrenten von Amazon.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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