Verlustzone
Entwicklungskosten belasten Combots

Auf Mitte 2006 verschiebt die nach dem Verkauf des Internet-Portalgeschäfts in Combots umbenannte Web.de AG die Einführung ihrer neuen Kommunikationssoftware. Zudem dürften wegen der hohen Entwicklungskosten für das mit Spannung erwartete Produkt auch in den nächsten Quartalen rote Zahlen anfallen.

HB STUTTGART. Der operative Verlust vor Zinsen und Steuern (Ebit) sei im fortgeführten Geschäft - also ohne das verkaufte, profitable Internet-Portal Web.de - im dritten Quartal auf 3,8 Mill. von 2,4 Mill. Euro im Vorjahr gestiegen, teilte Combots am Dienstag in Karlsruhe mit. Der Umsatz lag mit 0,2 Mill. Euro weit unter den geplanten millionenschweren Aufwendungen für Marketing und Entwicklung der neuen Version einer Software für Internet-Kommunikation.

Die ursprünglich bis Jahresende 2005 geplante neue Version der bisher mit wenig Erfolg vermarkteten Software soll nun bis spätestens 12. Juli 2006 auf den Markt kommen. Bis zum Erreichen der frühestens für 2007 in Aussicht gestellten Gewinnschwelle will Combots die Verluste aus dem hohen Barmittelbestand tragen.

Einschließlich des Portalgeschäfts erwirtschaftete Combots von Juli bis September einen Überschuss von 2,4 Mill. Euro und erreichte damit die Gewinnzone. Durch die Veräußerung des Portals an den Konkurrenten United Internet erlöste Combots mehr als 350 Mill. Euro in bar und Aktien. Der Mittelbestand beläuft sich nun auf 387 Mill. Euro, was pro Aktie rund 10,10 Euro entspricht. An der Börse wurden die im Technologiewerte-Index TecDax gelisteten Combots-Aktien bei hohen Umsätzen mit einem Abschlag von 1,9 Prozent aber nur bei 9,36 Euro gehandelt.

Nach dem Verkauf des Internet-Portals will sich Combots auf die Vermarktung seiner Kommunikations-Software gleichen Namens konzentrieren. Für die vor drei Jahren auf dem Markt gebrachte Vorgängerversion ComWin konnte Combots wenige zahlende Kunden begeistern. Nach Unternehmensangaben gab es zuletzt nur eine fünfstellige Nutzerzahl gezählt. Mit der neuen Software für den Austausch von Daten und Informationen über das Internet will Combots eigenen Prognosen zufolge binnen kurzer Mill. von Nutzern gewinnen. Im bisherigen Jahresverlauf summierten sich die Entwicklungskosten für Combots auf 8,3 Mill. Euro.

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