Verschlankung
Kontron will wieder mehr verdienen

Der Minicomputer-Hersteller Kontron muss wohl Verluste in Kauf nehmen, um eine Schlankheitskur zu erreichen. Der Konzernchef erklärte die Hausaufgaben, die Kontron noch zu erledigen hat.
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DüsseldorfDer Verluste schreibende Steuerungscomputerbauer Kontron will mit einer Verschlankung das Ruder herumreißen. Das könnte jedoch zunächst die Umsätze drücken. „Das Jahr 2013 ist für Kontron ein Neustart”, erklärte der neue Unternehmenschef Rolf Schwirz am Montag. Für das laufende Jahr stellte er Erlöse zwischen 500 und 550 Millionen Euro in Aussicht. 2012 setzte Kontron 547 Millionen Euro um. Rohertrag und operatives Ergebnis dürften 2013 auf Vorjahresniveau liegen. Bis 2016 strebe Kontron einen Umsatz von mindestens 650 Millionen Euro, eine Rohertragsmarge von mehr als 25 Prozent sowie eine betriebliche Marge von mehr als sechs Prozent an.

Bei den Anlegern kam der Ausblick nicht gut an. Die im Technologieindex TecDax notierte Aktie gab zeitweise 2,5 Prozent nach.

„Wir haben viele Hausaufgaben abzuarbeiten, um Kontron wieder nachhaltig auf profitables Wachstum zu trimmen”, erklärte Schwirz. Er hatte bereits angekündigt, den von seinem Vorgänger Ulrich Gehrmann eingeleiteten Konzernumbau nochmals zu forcieren. Nun berichtete das Unternehmen über Eckpfeiler, die es Analysten und Investoren vorgestellt hatte.

Ziel sei es, die Effizienz zu steigern. Dazu will Schwirz verschiedene Maßnahmen ergreifen. Durch Zukäufe sei Kontron in den vergangenen Jahren sehr komplex geworden, was zu steigenden Kosten und sinkender Profitabilität geführt habe. Es sei noch Luft, Strukturen und Prozesse weiter zu verbessern und Synergien zu heben. Auch sollen das Produktangebot überarbeitet und die Markt- und Kundennähe verbessert werden, hieß es. Konkreter wurde das Unternehmen nicht.

Wegen einer mauen Auftragslage, starken Preisdrucks und Sanierungskosten war Kontron, das Steuerungscomputer unter anderem für Telefon- und Stromnetze, Medizintechnik und Automaten herstellt, 2012 in die Verlustzone gerutscht. Auch zu Jahresbeginn schrieb die Firma weiter rote Zahlen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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