Vollgas-Facebook
Steigende Kosten sorgen die Anleger

Am Geschäft liegt es nicht. Das läuft blendend. Umsatz, Gewinn und Nutzerzahlen drehen weiter nach oben. Ein kräftiger Kurseinbruch nach Börsenschluss bei Facebook hatte andere, massive Gründe.
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San FranciscoWer Google und Amazon aus dem Weg räumen will, der darf nicht zimperlich sein. Zwischen 50 und 75 Prozent werden die Kosten im nächsten Jahr steigen, darauf bereitete Facebooks Finanzchef David Wehner die Anleger am Dienstag vor.

Der Social-Media-Gigant werde massiv in Talente investieren und neue Bereiche angehen. Das hätten die Investoren vielleicht noch klaglos akzeptiert, wenn nicht für das laufende Quartal gleichzeitig eine Verlangsamung des Umsatzwachstums auf 40 bis 47 Prozent prognostiziert worden wäre. Das liegt deutlich unter den 59 Prozent auf 3,2 Milliarden Dollar Umsatz, die das dritte Quartal gezeigt hat. Bei einem Aktienkurs nahe Allzeithoch zogen viele Anleger dann doch Gewinnmitnahmen vor, nachbörslich ging es um gut zehn Prozent bergab auf 72 Dollar.

Mark Zuckerberg hat es nicht eilig mit dem Geldverdienen. Im Analystengespräch malte er eine rosige Zukunft für Facebook aus, allerdings bedeutet das in seinem Sinne noch lange nicht, dass es auch viel Gewinn gibt. Jedenfalls nicht in absehbarer Zeit. WhatsApp, die 20 Milliarden Dollar-Investition, habe rund 600 Millionen Nutzer, aber „alles unter einer Milliarde“ sei kein Geschäft, philosophiert der Mitgründer und CEO.

Deshalb ist Wachstum erste Pflicht, Gewinn kommt später, jetzt erst einmal verliert WhatsApp sogar Geld und zwar ordentlich. Bei zehn Millionen Dollar Umsatz im Vorjahr fiel ein Verlust von 138 Millionen Dollar an, verrät eine Pflichtmitteilung an die Börsenaufsicht SEC. Auch Oculus VR, eine Brille für eine virtuelle Realität, werde noch „einige Jahre“ brauchen, bis man Ergebnisse sehen kann. Das Produkt ist noch nicht einmal fertig. Keine neuen Hinweise gab es zu Instagram. Auch hier warten die Investoren auf einen Businessplan.

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  • Die beiden Punkte hängen miteinander zusammen. Wenn ich mittlerweile bei mir die Timeline herunter scrolle, sind die Beiträge überhaupt nicht mehr in chronologischer Reihenfolge, sondern so wie Facebook sie mir vorschlägt. Hinzu kommen etliche "gesponsorte" Beiträge, wofür Facebook Geld bekommt.

    Die Beiträge von meinen Freunden, die ich eigentlich sehen möchte, und weswegen ich mich ursprünglich bei Facebook angemeldet habe, sehe ich also kaum noch. Das sorgt somit zum einen dafür, dass Facebook immer unbeliebter wird, und gerade die jüngeren User auf andere Soziale Netzwerke wie Instagram, Tumblr usw. ausweichen, aber es erhöht eben auch die Einnahmen.

  • "1,35 Mitglieder" - da fehlt das Milliarden dazwischen.
    Mir persönlich wären allerdings 1,35 Mitglieder tagsächlich lieber :-).

  • sagen von Facebook verlässt Jugend sie langweilig. Aber der Gewinn von Facebook wächst. Wie dies zu verstehen?

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