Vor allem Fernsehsender und Zeitschriften leiden
Der deutsche Werbemarkt stagniert

Der deutsche Werbemarkt entwickelt sich schwächer als erwartet. Zwar sind die Brutto-Werbeausgaben in den klassischen Medien im ersten Quartal 2005 laut Nielsen Media Research um vier Prozent auf 4,32 Mrd. Euro gestiegen. Doch netto – abzüglich der Rabatte, die die Medien ihren Kunden gewähren – stagnieren die Werbeausgaben.

sfu DÜSSELDORF. Einige Mediaagenturen – sie sind für die Platzierung der Anzeigen und Spots zuständig – berichten netto sogar von sinkenden Werbeausgaben. Vor allem TV-Vermarkter leiden unter dem Preisdruck der Kunden. Auch Werbeplätze auf Plakatwänden und in Hochglanz-Zeitschriften haben sich in jüngster Zeit schlecht verkauft. Laut Klaus-Peter Schulz, Chef der Mediaagentur OMD Deutschland ist der Werbeumsatz im TV im ersten Quartal des Jahres um fünf bis sieben Prozent geschrumpft: „Viele Unternehmen sind von ihren Planungen abgewichen und haben weniger in Werbung investiert, als sie Ende 2004 angekündigt haben.“ Paul Vogler, Deutschlandchef der Agentur Mindshare geht sogar von rund zehn Prozent Minus aus.

Nach Berechnungen des Fachmagazins „Horizont“ nehmen deutsche Fernsehvermarkter wie IP Deutschland oder Seven-One-Media im Schnitt nur noch rund 50 Cent von jedem Brutto-Euro tatsächlich ein. Die so genannte Brutto-Netto-Schere habe sich 2004 weiter geöffnet, schreibt das Blatt.

Im vergangenen Herbst waren Branchenvertreter noch von einer Belebung der Werbekonjunktur in diesem Jahr ausgegangen. Doch die Hoffnung auf kleines Plus hat sich zumindest nach Ansicht der Mediaagenturen in den ersten Monaten 2005 nicht erfüllt.

„Der Markt leidet immer noch unter der Konsumzurückhaltung der Kunden“, sagt Michael Bohn, Vorsitzender der Organisation Mediaagenturen (OMG). Seitens der Unternehmen fließe deshalb immer mehr Geld in Maßnahmen, die direkt den Verkauf ankurbeln. Dazu gehören Radiospots oder Werbebeilagen in Lokalzeitungen. Plakate, Zeitschriftenanzeigen und Fernsehspots, mit denen die Unternehmen vornehmlich ihr Image pflegen, verlieren.

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