Vorsichtiger Ausblick
SAP verschreckt Börsianer

Eigentlich ist die Welt bei SAP in Ordnung: Der Primus der Unternehmens-Software hat für das abgelaufene dritte Quartal hervorragende Ergebnis- und Umsatz-Zahlen vorgelegt, seine Gewinnprognose erhöht und seinen Erzrivalen Oracle auf die Plätze verwiesen. Dennoch reagierten die Anleger verärgert – denn SAP wird vorsichtig.

HB STUTTGART. SAP dämpfte die Erwartungen an die für das Gesamtjahr in Aussicht gestellten Zuwächse bei Rendite und Software-Lizenzverkäufen. „Aus heutiger Sicht ist es weniger wahrscheinlich, dass die Wachstumsrate des Softwareumsatzes am oberen Ende der bisherigen Spanne liegen wird“, teilte SAP am Donnerstag mit. Bisher hatte der Konzern Zuwächse beim Verkauf von Software-Lizenzen zwischen 15 und 17 Prozent zum Vorjahreswert von 2,8 Mrd. Euro in Aussicht gestellt.

Nach schwachen Verkäufen in den Monaten April bis Juni überraschte SAP im dritten Quartal mit einem unerwartet kräftigen Schub beim Software-Verkauf. Der für die künftigen Erträge wichtige Software-Absatz legte um 17 Prozent auf 691 Mill. Euro zugelegt.

„Wir hatten ein erfolgreiches drittes Quartal“, sagte Vorstandschef Henning Kagermann. Der Marktanteil sei binnen eines Jahres um fast 1 Prozentpunkt auf 22,6 Prozent gestiegen. Damit verkaufe SAP mehr als doppelt soviel Software wie der nächstgrößtere Konkurrent Oracle, der sich mit milliardenschweren Übernahmen in den Markt eingekauft hat. Für das vierte Quartal erwarte SAP „Business as usual“, sagte Kagermann zum Fernsehsender CNBC.

Renditeziel schwer zu erreichen

An der Börse fielen die Aktien des Walldorfer Unternehmens zwischenzeitlich um mehr als 3 Prozent und stehen momentan gut 2 Prozent im Minus. Die harsche Reaktion kommt jedoch überraschend. SAP habe mit dem vorsichtigeren Ausblick lediglich bestätigt, was die Analysten im Schnitt erwartet hätten, urteilte die Investmenbank CSFB.

Auch bei den Renditeerwartungen trat SAP leicht auf die Bremse. Ein Anstieg der um Sondereffekte bereinigten operativen Marge um bis zu 1 Prozentpunkt auf 29,3 Prozent bis Jahresende sei unwahrscheinlicher geworden, prognostzierte SAP. Damit rückt das seit längerem angestrebte Renditeziel von 30 Prozent in noch weitere Ferne, da SAP im dritten Quartal 725 neue Mitarbeiter einstellte und die Entwicklungsausgaben deutlich aufstockte.

SAP hebt Gewinnprognose an

Ungeachtet des scharfen Preiswettbewerbs mit Oracle will SAP jedoch seiner Strategie treu bleiben. „Wir haben elf Quartale in Folge zweistellige Wachstumsraten beim Software-Absatz“, sagte Vorstandschef Kagermann. „Die Erfolgsgeschichte beruht auf unserer Strategie des organischen Wachstums.“

Nach Steuern verdiente der Konzern im jüngsten Quartal mit 388 Mill. Euro 16 Prozent mehr. Ohne Berücksichtigung der Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramme stieg das Betriebsergebnis um 17 Prozent auf 606 Mill. Euro. Beim Gewinn schnitt SAP damit besser als von Analysten erwartet ab und hob seine Ergebnisprognose leicht an. Pro Aktie hält SAP nun im Geschäftsjahr 2006 ein Ergebnis von mehr als 6,00 Euro für möglich.

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