Walt Disney
Letzte Staffel "Desperate Housewives"

Nach acht Staffeln wird die Serie "Desperate Housewives" wegen nachlassendem Zuschauerinteresse ein Ende finden. Das ist auch für den deutschen Sender Pro Sieben ein schwerer Schlag.
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DüsseldorfDer amerikanische Unterhaltungsriese Disney wird keine weitere Staffel der Fernsehserie "Desperate Housewives" produzieren. Der Konzern bestätigte Branchengerüchte, wonach die achte Staffel in der TV-Saison 2011/2012 die letzte sein wird.

Produzent Marc Cherry sagte: "Ich wollte die Serie so stilvoll wie möglich zu Ende bringen." In den USA lief die Sendung bei der Disney-Fernsehkette ABC. Doch das Interesse der US-Zuschauer sank. In der ersten Saison verfolgten noch 24 Millionen Menschen Kabale und Liebe im amerikanischen Suburb. Während der siebten Staffel waren es laut Nielsen Marktforschung weniger als die Hälfte.

Das Ende der populären Frauenserie ist auch für den deutschen Sender Pro Sieben ein schwerer Schlag. Denn die seit 2004 laufende Serie mit Teri Hatcher, Felicity Huffman, Eva Longoria und Marcia Cross zählte über viele Jahre zu den erfolgreichsten Sendungen. "Die Serie läuft super gut", sagte gestern Pro-Sieben-Serienexpertin Stella Rodger. Das überraschende Ende der "Hausfrauen" wollte der Sender von Deutschlands größtem Fernsehkonzern auf Anfrage nicht kommentieren. Denn offiziell habe man bislang keine Nachricht von Disney erhalten.

Deutsche Zuschauer blieben treu

Auch wenn der Zuschauerzuspruch in den vergangenen Jahren nachgelassen hatte, noch immer standen die Vorstadt-Abenteuer der Mittelklassefrauen bei den deutschen Zuschauern hoch im Kurs. Nach Senderangaben erreichte "Desperate Housewives" in der ersten Hälfte der siebten Staffel einen Marktanteil von bis zu 17,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen.

Das Ende der "Desperate Housewives" trifft den deutschen Sender zur Unzeit. Denn der auf amerikanische Serien und Filme spezialisierte Sender steht unter Druck. Der Münchener Kanal verlor im ersten Halbjahr weiter an Zuschauern. Die Quote in der werberelevanten Zielgruppe sank im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 0,2 Prozent auf 11,5 Prozent. Zum Vergleich: Der Konkurrent RTL verbesserte sich im gleichen Zeitraum um 0,9 Prozent auf 18,9 Prozent.

Pro Sieben braucht dringend einen Ersatz für "Desperate Housewives". Programmvorstand Andreas Bartl und Pro-Sieben-Geschäftsführer Jürgen Hörner müssen spätestens im nächsten Jahr in Hollywood einen Ersatz für die Frauenserie finden. Das ist nicht leicht, denn die Studios haben in diesem Jahr nicht gerade mit riesiger Kreativität überrascht. Die Ausbeute der deutschen Einkäufer auf den L.A. Screenings war mäßig. "Es wird schwierig werden, ein solches frauenaffines Format zu ersetzen", sagte ein Insider. Als Hoffnungsträger bei Pro Sieben gelten das aufwendig produzierte Science-Fiction-Abenteuer "Terra Nova" von Steven Spielberg und die jeweils einstündige Alien-Actionserie "Falling Skies".

Hans-Peter Siebenhaar ist Handelsblatt-Korrespondent in Wien und ist Autor der Kolumne „Medienkommissar“.
Hans-Peter Siebenhaar
Handelsblatt / Korrespondent für Österreich und Südosteuropa

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