Wandel der IT-Industrie
Leben und Sterben in der Cloud

Auch in der Wolke ist die Freiheit nicht grenzenlos – im Gegenteil: Der Wettbewerb um die führende Rolle beim Cloud Computing führt zu einem harten Wettbewerb. Nicht alle können Schritt halten.
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Las VegasDas Cloud-Computing tritt in ein neues Zeitalter ein. Dominierte vor zwei Jahren noch die einfache Bereitstellung von Rechenleistung und Speicher im Internet, dreht sich heute alles um mächtige Internetservices, die die IT-Welt für Unternehmen beschleunigen, vereinfachen und schlicht auf den Kopf stellen. Sie verschaffen Unternehmen entscheidender Vorteil gegenüber ihren Wettbewerbern und ermöglichen Geschäfte, die sonst einfach nicht machbar wären. Wer nicht dabei ist, für den wird es immer schwerer. Oder, wie es Phil Sant, Mitgründer der weltgrößten Onlinemusikplattform Omnifone ausdrückt: „Wenn du deine eigene Software nicht erneuerst, wird es ein anderer für dich machen“. Und der alte König ist tot.

Omnifone liefert die Technik, die hinter Angeboten wie Spotify steckt. Vor drei Jahren entschied sich das in England gegründete Unternehmen zur Radikalkur und stieß seine Rechenzentren ab. Als der Markt für Streaming-Onlinemusik zu boomen begann, sah Sant nach kurzer Zeit, dass er gar nicht schnell genug neue Server in den Datencentern dazu schrauben konnte. Er gab auf und ging in die Cloud zu Amazon.

Martin Geier stellt einen drastischen Wandel fest: „Die Gespräche mit Unternehmen drehen sich heute nicht mehr darum, ob wir sie in die Cloud bringen können, sondern wie und wie schnell“, erklärt der Deutschlandgeschäftsführer von AWS, einer Tochter des Web-Riesen Amazon.com, die für Cloud-Computing zuständig ist, im Gespräch mit dem Handelsblatt. Vor zwei Jahren war das noch anders. Da dominierten Fragen zur Datensicherheit und grundsätzliche Zweifel am generellen Sinn, seine gesamte IT-Infrastruktur in die Datenwolke zu verlagern. Das ist jetzt vorbei.

Das Sands Expo Center platzte aus allen Nähten. Vergangenes Jahr waren es noch 5.000 Teilnehmer. Jetzt waren es bereits 13.500 Interessenten, die diese Woche nach Las Vegas auf die dritte Hausmesse von AWS drängten. Die Cloud ist nicht die Zukunft, sie ist Realität, und jeder versucht, jetzt Schritt zu halten.

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