Warnstreiks
Streiken und Verhandeln bei der Telekom

Begleitet von bundesweiten Warnstreiks haben die Unternehmensführung der Telekom und die Gewerkschaft einen weiteren Einigungsversuch über den umstrittenen Konzernumbau begonnen. In 13 Bundesländern protestierten Telekom-Angestellte gegen die Einsparpläne.

HB KÖNIGSWINTER/BONN. Nach zwei ergebnislosen Verhandlungen kamen die Tarifpartner am Donnerstag in Königswinter bei Bonn zusammen, um über die umstrittene Auslagerung von 50 000 Telekom-Beschäftigte in Service-Gesellschaften zu sprechen. Eine Ende war nach dem Beginn der Verhandlungen am Nachmittag nicht absehbar.

Aus Protest gegen die Pläne des Konzernvorstands legten nach Angaben der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi 8000 Beschäftigte des Unternehmen im gesamten Bundesgebiet ganztätig die Arbeit nieder. In Baden-Württemberg traten 1500 Mitarbeiter, in Niedersachsen und Bremen 1300 sowie in Nordrhein-Westfalen und in Rheinland-Pfalz/Saar jeweils rund 1000 Beschäftigte in Warnstreiks. Insgesamt wurde in 13 Bundesländern nach Verdi-Angaben gegen die Umbaupläne des Bonner Riesen protestiert.

„Die Wut und die Empörung der Beschäftigten sind groß. Sie befürchten, dass sie die Rechnung für jahrelanges Missmanagement bezahlen müssen“, erklärte Verdi-Verhandlungsführer Lothar Schröder, der auch stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Deutschen Telekom ist. Mit ihren Protesten verliehen die Beschäftigten der Forderung Nachdruck, bei der geplanten Auslagerung einen tariflichen Schutz zu erhalten.

Mit den Ausgliederungsplänen will die Telekom vor allem Geld einsparen, mit den Wettbewerbern Schritt halten und das angeschlagene Festnetzgeschäft wieder auf Trapp bringen. Nach den Vorstellungen des Managements sollen die künftigen Mitarbeiter von T-Service unter anderem länger arbeiten und weniger Geld erhalten. Auch die Einstiegsgehälter von Berufsanfängern müssten deutlich niedriger ausfallen. So erhofft sich der Konzern Einsparungen in einer Größenordnung von 900 Mill. Euro.

Der Verhandlungsführer der Telekom, Finanz- und Personalvorstand Karl-Gerhard Eick, zeigte sich zum Verhandlungsbeginn zuversichtlich. „Ich gehe davon aus, dass die juristischen Spiegelgefechte ein Ende haben und wir zu den wesentlichen Punkten kommen“. Das Unternehmen habe von der Gewerkschaft Signale erhalten, dass Verdi inhaltliche Gespräche führen wolle. Auch Schröder hatte kurz vor Beginn der Verhandlungen die Hoffnung geäußert, dass in der dritten Runde eine inhaltliche Debatte geführt werde.

Bislang waren zwei Verhandlungsrunden ergebnislos verlaufen. Die Telekom hatte damit gedroht, notfalls auch gegen den Willen der Beschäftigten die Umbaupläne umzusetzen. Gleichzeitig beteuerte das Unternehmen jedoch, gemeinsam mit Verdi eine tragfähige Lösung zu finden. Ende Februar hatte der Aufsichtsrat der Telekom gegen die Stimmen der Arbeitnehmervertreter die Vorstandspläne gebilligt. Konzernchef René Obermann will bereits zum 1. Juli die Pläne umsetzen.

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