Weitere Investition
Springer setzt auf digitale Medien

Der Berliner Medienkonzern Axel Springer will in diesem Jahr vor allem sein Geschäft mit digitalen Projekten ausbauen und nimmt dafür auch einen Rückgang seines operativen Gewinns in Kauf.

HB BERLIN. „Wenn wir eine Reihe von Projekten realisieren, die wir derzeit prüfen, kann ein erheblicher zusätzlicher Mittelbedarf entstehen“, sagte Vorstandschef Mathias Döpfner am Mittwoch auf der Bilanzpressekonferenz in Berlin. Dann könne das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebita) auch unter dem Vorjahresniveau liegen. Ohne diese Kosten würde Springer den Rekordgewinn von 2006 zumindest wiederholen können.

Der Anfang ist bereits gemacht. Döpfner teilte mit, dass Springer die Mehrheit am Online-Finanzportal Wallstreet-Online übernommen habe. Zudem gründet Springer eine Firma für digitale Technologielösungen. Die hundertprozentige Tochter Axel Springer Digital TV Guide GmbH biete insbesondere elektronische Programmführer etwa für PCs und Handys an. „Unser Ziel für 2007 steht fest: Expansion mit Schwerpunkt im digitalen Geschäft“, sagte Döpfner. „Aber auch unser deutsches Print-Kerngeschäft sollte man noch lange nicht zu Grabe tragen.“ Am Donnerstag starte Springer eine neue 14-tägige Programmzeitschrift TV Guide, kündigte der Unternehmenschef an.

Den Ausbau des digitalen Geschäfts zeige auch der neu gestaltete Auftritt von „Welt Online“ als multimediales Nachrichtenportal ebenso wie Zusatzangebote auf der Internetseite von „Bild.T-Online.de“, sagte Döpfner. Ein weiterer Wachstumsschritt sei die vereinbarte E-Commerce-Kooperation mit Karstadt-Quelle.

Wie Springer schon im Februar bekannt gegeben hatte, stieg das Ebita 2006 in Folge eines guten Anzeigengeschäfts und dank Kostensenkungen um ein Zehntel auf 374 Mill. Euro. Ohne eine Zahlung des Insolvenzverwalters des ehemaligen Kirch-Konzerns hätte das operative Ergebnis nur bei 340 Mill. Euro gelegen. Der Nettogewinn des Verlags kletterte durch die Verbuchung eines Körperschaftssteuerguthabens um 26,1 Prozent auf 291 Mill. Euro, wäre aber auch ohne den Sondereffekt gestiegen.

Die Aktionäre sollen mit einer auf 3,50 Euro je Aktie mehr als verdoppelten Dividende von 3,50 Euro am Erfolg beteiligt werden. Das kommt vor allem der Verlagserbin Friede Springer zu Gute, die gut 50 Prozent der Anteile hält. Der Konzernumsatz ging nach der Ausgliederung des Tiefdruckgeschäfts um 0,7 Prozent auf 2,38 Mrd. Euro zurück.

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