Weltgrößter Computerhersteller
Lenovo wächst langsamer

Die Zeit kräftiger Gewinnzuwächse bei Lenovo ist vorerst beendet. Zwar wies der Computerhersteller im vierten Quartal noch ein sattes Gewinnplus aus, doch die jüngsten Zukäufe werden die Bilanz erst einmal belasten.
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PekingNach den jüngsten Milliarden-Zukäufen ist beim weltgrößten Computerhersteller Lenovo mit kräftigen Gewinnzuwächsen vorerst Schluss. Zwar wies der Konzern, zu dem in Deutschland auch der Aldi-Lieferant Medion gehört, am Donnerstag für das Weihnachts-Quartal unter dem Strich nochmal ein Plus von knapp 30 Prozent auf 265 Millionen Dollar aus. In der kommenden Zeit würden die Zukäufe des Handyherstellers Motorola und der IBM-Serversparte die Bilanz aber erst einmal belasten, sagte Firmenchef Yang Yuanqing. So werde es bis zu 15 Monate dauern, bis Motorola in der Gewinnzone sei. Die Lenovo-Aktie verlor am Donnerstag 0,6 Prozent.

Lenovo hatte Ende Januar angekündigt, für knapp drei Milliarden Dollar den Verluste schreibende Handyhersteller Motorola von Google zu kaufen. Der Suchmaschinenbetreiber hatte diese Sparte erst 2012 für 12,5 Milliarden Dollar erworben, sie aber nicht in die schwarzen Zahlen führen können.

Nur wenige Tage vor dem Deal mit Google hatte Lenovo im Januar auch den Kauf des ertragsschwachen Server-Geschäfts von IBM für 2,3 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Lenovo hatte bereits 2005 das Computergeschäft von IBM gekauft und war im Laufe der Zeit zum weltgrößten PC-Hersteller aufgestiegen. Da dieser Markt inzwischen aber schrumpft, setzt Lenovo nun verstärkt auf die boomende Nachfrage nach Smartphones und Tablets.

Branchenexperten sehen die jüngsten Zukäufe dennoch auch mit Skepsis. Schließlich kosten Lenovo die Übernahmen fast die Hälfte dessen, was der chinesische Konzern selbst an der Börse wert ist. Zudem sei der Smartphone-Markt mit den Platzhirschen Samsung und Apple bereits jetzt äußerst hart umkämpft.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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