Weltweites Sparprogramm und Umstrukturierung
Qimonda streicht jede fünfte Stelle

Auf der Suche nach einem Käufer plant die Infineon-Tochter Qimonda harte Einschnitte: Das Unternehmen trennt sich von weiten Teilen seines Geschäfts und streicht weltweit 3000 Stellen. Die verlustträchtige Infineon-Tochter Qimonda hat ein weltweites Sparprogramm angekündigt. Außerdem gibt Finanzvorstand Michael Majerus seinen Job auf.

HB DÜSSELDORF. Ende 2007 beschäftigte Qimonda den Angaben zufolge rund 13 500 Mitarbeiter – von den Stellenstreichungen ist also rund jeder fünfte Angestellte betroffen. 1500 Jobs werden in Deutschland gestrichen. Innerhalb der nächsten neun Monate werde Qimonda die Produktion im Zuge der Neuausrichtung um 40 Prozent zurückfahren, sagte Vorstand Thomas Seifert am Montag in einer Telefonkonferenz.

Der vom Markt lang erwartete Verkauf der DRAM-Tochter verzögert sich wegen der Finanzkrise oder droht zu scheitern. „Die Gespräche in dieser Sache dauern zurzeit noch an. Unter anderem aufgrund der aktuellen Lage an den Finanzmärkten im Allgemeinen und der Preissituation im DRAM-Markt im Besonderen ist der Ausgang dieser Gespräche jedoch ungewiss“, hatte der Mutterkonzern Infineon mitgeteilt.

Das Unternehmen kündigte zudem den Ausstieg aus der 200mm-Fertigung an. Das Werk in Richmond (USA) solle geschlossen werden. Sarüber hinaus stellt Qimonda in Dresden die „Backend“-Fertigung für Komponenten und Module bis Ende März ein. „Qimonda beabsichtigt, sich auf seine Kernkompetenzen in der Technologie- und Produktentwicklung zu fokussieren und sich daher auf Infrastruktur- und Grafikprodukte zu konzentrieren“, so ein Konzernsprecher.

Branchenexperte Michael Busse von der Landesbank Baden-Würtemberg hält dies für den richtigen Schritt: „Die Idee, sich auf die derzeit margenstarken Bereiche zu fokussieren, ist nicht unsinnig. Aber der Umbau muss schnell gehen, Qimonda hat nicht viel Zeit.“ Denn der Konzern kommt dem Abgrund immer näher: „Qimonda kann sicherlich noch einige Quartale überleben, aber die Zeit drängt“, so Busse.

Unterdessen verkauft Qimonda ihre 35,6-prozentige Beteiligung am taiwanischen Chiphersteller Inotera an den US-Konkurrenten Micron. Einem Börsianer zufolge pickt sich Micron mit der Inotera-Beteiligung die Rosinen heraus - das spreche gegen einen Komplettkauf von Qimonda.

Analyst Thomas Becker von der Commerzbank zeigte sich unterdessen nicht so pessimistisch. „Der Verkauf der Inotera-Beteiligung ist mit Sicherheit nicht die beste Lösung, da damit der Infineon-Anteil an Qimonda noch unattraktiver geworden ist. Allerdings ist ein Komplett-Verkauf der Tochter noch nicht ganz vom Tisch.“ Zudem berücksichtige der aktuelle Kurs einen irrational hohen Preis für ein „Worst-Case'-Szenario.

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