Wettbewerb
Heiße Schlachten auf dem Spiele-Markt

Das Ende der Goldgräberstimmung: Mit Preisattacken und Werbespots bläst Onlinehändler McGame zum Angriff auf Media-Markt und Telekom. Es geht um viel: 2011 lag der Umsatz mit Games in Deutschland bei 1,57 Milliarden Euro.
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DüsseldorfKugeln pfeifen durch die Luft, Häuserwände stürzen ein, Explosionen erschüttern die Szenerie. Lebensecht kämpfen sich US-Marines durch klaustrophobisch enge Straßen, die das Stadtbild von Teheran, New York oder Paris erkennen lassen. Kampfjets donnern tief über dem Kampfgetümmel und treiben den Adrenalinspiegel weit nach oben.

All das kostet im Ernstfall nicht das Leben, sondern 52,95 Euro. So viel verlangt der Download-Händler McGame.com für das PC-Spiel „Battlefield 3“ - und macht damit zugleich klar, dass die Schlacht nicht nur auf dem Computer stattfindet. Den schlagkräftigen Konkurrenten Media-Markt unterbietet der Düsseldorfer Angreifer mit diesem Preis um zwölf Prozent.

Beide Händler locken seit vergangenem Juni im Internet mit rund 1000 PC-Spielen zum Herunterladen. Fans der Daddelspiele bleibt seither der Gang in die Fußgängerzone erspart, geordert wird bequem per Mausklick. Verschreckt hat dies nicht nur die traditionellen Spieleläden, denen bald schon ein ähnliches Schicksal drohen könnte wie einst den Video-Verleihern. Auch der Online-Pionier Gamesload.com scheint alarmiert.

Der Telekom-Ableger zog bei den Preisattacken von McGame nach und griff selbst zum Rotstift. Auch dort kostet das PC-Spiel jetzt 52,95 Euro. Ende der Goldgräberstimmung. Um die Vormachtstellung beim Vertrieb von Computerspielen herrscht Krieg. „Der Wettbewerb wird intensiver“, bestätigt Werner Ballhaus, Technologieexperte der Wirtschaftsprüfung PwC. „Entsprechend verfliegt die Goldgräber-Stimmung.“ Zudem teile sich die Wertschöpfungskette auf. „Die einen werden sich auf die Entwicklung von Spielen fokussieren“, sagt Ballhaus, „die anderen auf deren Vermarktung.“

McGame nutzt das aus. „Wir wollen rasch zum deutschen Marktführer für den Download von Computerspielen aufsteigen“, sagte Firmengründer Marco Hüsges dem Handelsblatt. „Selbstverständlich streben wir auch die europäische Marktführerschaft an.“

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Download von Spielen nimmt zu

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  • Und ich habe das Spiel legal für 16€ als Downloadtitel aus dem Ausland erworben. Wenn jemand schon Online Spiele verkauft, dann bitte richtig. Denn 16€ kann keiner von beiden unterbieten. Wenn man halt stets auf die Großen fixiert ist, dann achtet man halt nicht weiter was es sonst so in der Welt für Alternativen gibt, besonders durch das Internet. Happy Gaming !

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