Widerstand gegen angedrohten Personalabbau
Telekom verscherzt es sich mit Politikern

Der geplante Personalabbau bei der Deutschen Telekom hat für Verärgerung bei den Koalitionsunterhändlern von Union und SPD in Berlin gesorgt.

dc/lou BERLIN/DÜSSELDORF. Nach Informationen des Handelsblatts ist der Unmut so groß, dass das Unternehmen nun um eine Unterstützung des Gesetzgebers beim geplanten Bau eines neuen Glasfasernetzes bangen muss. Die Drohung mit zusätzlichem Personalabbau sei ein so „grotesker Vorgang“, dass es nur noch wenig Bereitschaft gebe, der Telekom mit einer Änderung Telekommunikationsgesetzes (TKG) entgegenzukommen, hieß es in Kreisen der Koalitionäre.

Die Telekom hatte am Mittwoch erklärt, zusätzlich zu den angekündigten 32 000 Stellenstreichungen weitere 5000 Arbeitsplätze abzubauen, falls der geplante Bau eines neuen Glasfasernetzes reguliert werde. Eine Regulierung würde bedeuten, dass die Telekom ihren Konkurrenten das Hochgeschwindigkeitsnetz zu Preisen zur Verfügung stellen muss, die die Bundesnetzagentur behördlich festsetzt.

Der Unmut in Berlin ist auch deshalb so groß, weil sich Union und SPD offenbar bereits zu einer Neuregelung des TKG bereit gefunden hatten. Dabei ging es um Klarstellungen, dass das Glasfasernetz einen qualitativ neuen Markt begründe, der nicht der Regulierung unterworfen wäre. Nun werde das Thema vermutlich gar nicht in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Der designierte Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) zeigte jedoch Verständnis für die Telekom. Deutschland brauche neue Arbeitsplätze gerade in der Hochtechnologie. Die Politik müsse dafür die Rahmenbedingungen setzen, sagte er am Mittwoch.

Abgesehen vom Glasfasernetz benötigt die Telekom auch wegen ihrer überzähligen Beamten Hilfe aus Berlin. Aus Gewerkschaftskreisen verlautet, dass gut 20 000 der 32 000 von Abbau betroffenen Stellen mit Beamten besetzt sind, für die staatliches Dienstrecht gilt. Um sie etwa in den Vorruhestand zu schicken, müsste die Telekom sich mit dem Bund über eine weitere Rechtsänderung einigen. Dabei würde es auch um Geldfragen gehen, da die Beamtenpensionen aus dem angespannten Bundesetat bezahlt werden.

Seite 1:

Telekom verscherzt es sich mit Politikern

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%