Xbox One
Microsoft steigt in die TV-Produktion ein

Die neue Xbox One von Microsoft soll aus der Spielekonsole ein Entertainmentcenter machen. So will der Konzern mit eigenen TV-Produktionen für die Box Kunden anlocken. Doch die US-Börsen reagieren enttäuscht.
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SeattleIn der Tech-Welt sind acht Jahre eine Ewigkeit. Fast so lang hat sich Microsoft Zeit gelassen, um für seine Spielekonsole Xbox 360 einen Nachfolger zu entwickeln. Jetzt ist es so weit: Am Dienstag wurde die neue Xbox One am Firmensitz in Redmont bei Seattle vorgestellt. Es sei „der Startschuss für eine neue Ära für Spiele und Unterhaltung“, sagte Microsoft-Manager Oliver Kaltner.

Mit dem Gerät plant der Konzern den Großangriff auf den TV-Markt: Die neue Spielekonsole wird zum Entertainment-Center mit integrierter Set-Top-Box für das Wohnzimmer aufgerüstet. Nutzer sollen künftig nahtlos übergehen können vom Live-Fernsehen ins Internet oder von dort zur Videotelefonie über Skype, um mit Freunden zu kommunizieren.

Großen Wert legen die Macher auf die Integration von Social-Media-Diensten. Die klassische Fernbedienung hat ausgedient – die Wahl eines Senders oder Musikstücks wird per Sprache gesteuert. Oder per Gestik mit dem Kameracontroller Kinect, der zur Grundausstattung gehören wird. Microsoft spricht von „intelligentem Fernsehen“.

Es ist das erste Mal, dass Microsoft nicht „eine Konsole geschaffen hat, in der es vor allem ums Spielen geht“, sagte Ben Bajarin, Analyst bei Creative Strategies, dem Finanznachrichtendienst Bloomberg. „Es ist eine massive, massive Verbesserung“, lobte das Technologie-Blog Techcrunch.

Auch bei den Inhalten geht Microsoft neue Wege: Eigene TV-Produktionen für die Box sollen künftig mehr Kunden anlocken. Damit geht der Konzern einen ähnlichen Weg wie Google oder Amazon.

Für die Xbox One soll Star-Regisseur Steven Spielberg eine eigene TV-Serie zum Science-Fiction-Adventure „Halo“ produzieren. Mit der NFL, der National Football League, gibt es eine Exklusivvereinbarung, Highlights der Saison mit exklusiven Zusatzdiensten zu übertragen. So sollen Spieler Sensoren tragen, die weitere Informationen für interaktive Xbox-Dienste liefern.

Die interaktiven TV-Dienste oder die NFL-Partnerschaft werden zur Markteinführung allerdings erst einmal nur in den USA verfügbar sein. Die Konsole selbst soll später im Jahr weltweit eingeführt werden, versprach Xbox-Manager Don Mattrick bei der Vorstellung. Informationen zum Preis sind noch nicht verfügbar.

Microsoft will es nun wissen. „Das Wohnzimmer hat sich in den vergangenen acht Jahren drastisch geändert“, sagte Mattrick, „Wer weiter führend sein will, der muss neue Antworten auf neue Fragen finden.“ Immer mehr Menschen nutzen parallel zu ihrem TV-Gerät Smartphones oder Tablets, um im Netz zu surfen, Zusatzinformationen zu TV-Sendungen zu finden oder mit Freunden über laufende Sendungen zu chatten.

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