Zahlen für die ersten neun Monate
Musik und Bücher belasten Bertelsmann

Der Gütersloher Medienrise Bertelsmann hat in den ersten neun Monaten dank zig Zukäufen mehr Umsatz gemacht. Der Gewinn litt allerdings unter Problemen in zwei Sparten.

HB GÜTERSLOH. Während der Umsatz von Januar bis September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 2,7 Prozent auf 12,3 Milliarden Euro zulegte, sank der Überschuss um 9 Prozent auf 521 Millionen Euro. Grund für den Rückgang seien unter anderem geringere Sondereinflüsse als im Vorjahr gewesen sowie Restrukturierungs- Ausgaben von 134 Millionen Euro im Musikbereich und im Club-Geschäft, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Gütersloh mit.

Beim operativen Ergebnis legte der Konzern in dem Berichtszeitraum um 11,7 Prozent auf 907 Millionen Euro zu. Zu den Zuwächsen hätten bis auf die Musiksparte BMG alle Unternehmensbereiche beigetragen. Der in Sony BMG fusionierte Musikbereich macht traditionell im vierten Quartal zu Weihnachten das Hauptgeschäft.

Der Vorstand des Gütersloher Medienriesen hatte 2005 eifrig zugekauft: Bertelsmann verstärkte etwa sein Fernsehgeschäft mit dem russischen Sender Ren TV sowie der vollständigen Übernahme des britischen Senders Five, kaufte Anteile des WAZ-Konzerns an RTL, den DVD-Versender Columbia House und die Buchhandelskette Privat. Zudem kaufte Bertelsmann den „Auto Motor Sport“-Verlag Motor-Presse mehrheitlich.

In den ersten neun Monaten investierte Bertelsmann insgesamt 2,3 Milliarden Euro nach 588 Millionen Euro im Vorjahr. Die Finanzschulden erhöhten sich angesichts der Investitionen von 2,6 Milliarden Euro zu Jahresbeginn auf 4,2 Milliarden Euro. Die Zukäufe ließen auch die Zahl der Mitarbeiter deutlich steigen: Der Konzern beschäftigte per Ende September weltweit 84 984 Menschen. Zum Jahresende 2004 waren es noch 76 266 Beschäftigte gewesen.

Bertelsmann bekräftigte seine Prognose für 2005, wonach eine weitere Umsatz- und Gewinnsteigerung gegenüber 2004 erwartet wird.

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