Zahlen fürs Geschäftsjahr 2005/2006
Bang & Olufsen verstimmt die Börse

Umsatz und Gewinn erhöht, Erwartungen enttäuscht. Bang & Olufsen (B&O), die dänische Edelschmiede für Hifi-Anlagen und Fernseher wird an der Börse Opfer des eigenen Erfolges. Im Geschäftsjahr 2005/2006 stieg der Vorsteuergewinn zwar um 13 Prozent auf umgerechnet 57,8 Mill. Euro, lag damit aber unter den durchschnittlichen Erwartungen der meisten Analysten, die mit deutlich mehr gerechnet hatten.

STOCKHOLM / MÜNCHEN. Grund für den enttäuschenden Vorsteuergewinn sind nach B&O-Angaben niedrigere Margen bei den LCD-Fernsehern. Für das kommende Geschäftsjahr rechnet B&O-Chef Torben Ballegaard Sørensen mit einem Vorsteuergewinn von umgerechnet 50 bis 54 Mill. Euro. Auch diese Prognose unterbietet die Erwartungen der meisten Analysten. Die B&O-Aktie gab denn auch an der Börse in Kopenhagen mehr als zwei Prozent nach. „Im Großen und Ganzen sieht das Ergebnis nicht so positiv aus wie viele gehofft haben“, sagte Analyst Jakob Pedersen von der Sydbank in Kopenhagen. Seit Anfang dieses Jahres hat B&O mit der isländischen Investmentgesellschaft FL Group einen neuen Großaktionär. Diese hält knapp über zehn Prozent an dem dänischen Konzern.

Der Umsatz der Edelschmiede stieg im abgelaufenen Geschäftsjahr auf 567,9 Mill. Euro, das sind 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Den größten Erfolg hatte B&O mit seinen teuren Audio- und Video-Produkten in der Schweiz, wo der Umsatz um 18 Prozent gesteigert wurde. Auch der deutsche Markt, auf dem B&O sein Vertriebsnetz komplett umgestellt hat, entwickelte sich mit einem Umsatzwachstum von 14 Prozent gut, während in Asien und den USA das Geschäft stagniert.

„Wir spüren, dass es in Deutschland wieder mehr Optimismus gibt“, sagt der B&O Deutschland-Chef Peter Dalm dem Handelsblatt. So verzeichnet B&O seit Anfang 2005 steigende Umsätze in Europas größtem Markt für Unterhaltungselektronik.

„Man muss sich eindeutig bekennen: Luxus oder Masse“, sagt B&O-Deutschlandchef Peter Dalm. Das 1925 von Peter Bang und Svend Olufsen gegründete Unternehmen hatte sich nach mehreren schwierigen Jahren zuletzt wieder erholt: Der Konzern, der sich auf durchgestylte Audio- und Video-Anlagen spezialisiert hat, war Opfer der globalen Konjunkturflaute und einem veränderten Design-Trend geworden. Besonders in Deutschland wurden die Dänen kalt erwischt. Im Geschäftsjahr 2003/04 brach der Umsatz um sechs Prozent ein, im Jahr darauf gar um neun Prozent.

Ein Einbruch, der auch den fränkischen Konkurrenten Loewe traf. Wie B&O verpasste auch Loewe den Trend zu den flachen LCD- und Plasmageräten. Loewe entkam der Krise, indem sich die Franken Kapital und Technik vom japanischen Sharp-Konzern besorgten. Inzwischen ist das Unternehmen in den schwarzen Zahlen und konnte im ersten Halbjahr den Umsatz um 31 Prozent steigern. Auch B&O reagierte: Die Plasmatechnik kommt mittlerweile vom koreanischen Samsung-Konzern. „Röhrengeräte produzieren wir nicht mehr“, sagt Dalm.

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