Zuckerberg spendet 45 Milliarden
Das höchste Marketing-Budget der Welt

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg und seine Frau überführen ihr Vermögen in eine wohltätige Stiftung. Die Milliardenspende markiert eine Zeitenwende im Valley. Doch vollkommen uneigennützig ist diese Großzügigkeit nicht.
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San FranciscoMit dem Manöver wird der Mann wohl in die Geschichte eingehen. Nur vielleicht anders, als er beabsichtigt. Facebook-Gründer Mark Zuckerberg nimmt die Geburt seiner ersten Tochter Max zum Anlass, die Spende von 99 Prozent der eigenen Facebook-Aktien an eine Stiftung anzukündigen. 45 Milliarden Dollar (42,5 Milliarden Euro) – so viel sind die Papiere heute wert – das ist wohl das höchste Marketing-Budget, das die Welt je gesehen hat.

„Wie alle Eltern wollen wir, dass Du in einer besseren Welt aufwächst, als es unsere heute ist“, erläutert Zuckerberg in einem offenen Brief an seine Tochter, den er an seiner Facebook-Pinnwand veröffentlichte. Die Summe liegt weit höher als alles, was die Top 3 der derzeitigen Wohltäter, Microsoft-Gründer Bill Gates (27 Milliarden Dollar), US-Großinvestor Warren Buffett (21,5 Milliarden Dollar) und George Soros (acht Milliarden Dollar) bislang spendeten.

Die Zuckerberg-Initiative markiert eine Zeitenwende. Sie fällt in eine Ära, in der die nächste Generation von Silicon-Valley-Unternehmern die Philanthropie für sich neu entdeckt. Allen voran Salesforce-Gründer Marc Benioff, der bei jeder Gelegenheit aggressiv für sein 1/1/1-Model wirbt. Jede Firma solle ein Prozent ihres Eigenkapitals, ein Prozent der Zeit ihrer Angestellten sowie ein Prozent der Ressourcen in wohltätige Zwecke investieren.

Natürlich geht es dabei auch um Marketing. Vielleicht sogar um ein bisschen Frieden. Gleichzeitig widerlegt die Branche damit ihr Mantra, Technologie könne alle Probleme lösen.

Die Macht des Geldes, das war in den Augen der jungen Programmiertalente von der US-Westküste die Macht der alten Welt. Im Valley wurden die Milliarden zumindest nach außen hin als notwendiges Anhängsel des Erfolgs betrachtet. Nun ist das anders. Jetzt helfen die Tech-Utopisten sicherheitshalber mit Geld nach.

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  • Nicht? Das klönnen Sie hier aber gut verbergen. Was finden Sie denn z.B. gut?

  • Aha, Sie sind also Derjenige, der die Welt zum Positiven weiterentwickelt?

    Ich bin kein Berufsnörgler, aber mittlerweile wird den Leuten so viel Schwarz für Weiß verkauft, dass die Mehrheit gar nicht mehr im Stande ist zu erkennen was richtig und was falsch ist. Heuchler wie Zuckerberg und Co. bleiben Heuchler.

    Und ich bin nicht Jemand, der wie Sie zu sagen pflegen "alles Scheiße findet".

  • Oha, ein Trickling-Down-Verfechter, Glückwunsch, Sie haben die das für die Eliten notwendige Mindset perfekt verinnerlicht: Jeder kriegt, was er verdient, wer nicht mehr hat, hat es folgelogisch auch nicht verdient, nicht wahr? Das Leben kann so einfach sein.

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