Zweite Verhandlungsrunde
Telekom will schnelle Einigung mit Verdi

50 000 Service-Mitarbeiter will die Telekom in neu zu gründenden Gesellschaften organisieren, um deren Produktivität zu steigern. Die Konditionen, die der Konzern dabei anstrebt, kommen für Verdi einem Skandal gleich – die erste Runde der Verhandlungen verlief ergebnislos. Nun startet die Telekom einen zweiten Anlauf.

lou BONN. Die Deutsche Telekom will sich noch in diesem Monat mit der Gewerkschaft Verdi über die Konditionen für die geplante Gründung von eigenständigen Service-Gesellschaften einigen. „Wir wollen die Gespräche bis allerspätestens Ende des Monats zu Ende gebracht haben“, sagte Finanzvorstand Karl-Gerhard Eick am gestrigen Montag. Eick leitet kommissarisch das Personalressort. Anfang Juli will er die Ausgründungen wie geplant umsetzen.

Die erste Runde der Verhandlungen mit Verdi verlief ergebnislos. Jetzt sind bis in die Woche nach Ostern vier weitere Termine vereinbart. Die ersten finden am Mittwoch und Donnerstag statt. Bei den Gesprächen geht es um den Plan der Telekom, 50 000 Service-Mitarbeiter in neu zu gründenden Gesellschaften zu organisieren und deren Produktivität zu steigern. So will die Telekom die Wochenarbeitszeit von 34 Stunden auf mindestens 38 Stunden anheben sowie flexiblere Arbeitszeiten und geringere Gehälter mit einem höheren flexiblen Gehaltsanteil einführen.

Die Einstiegsgehälter im Service sollen von 34 000 Euro auf 20 000 Euro sinken. Im Gegenzug will die Telekom die Beschäftigten im Konzern halten und auch nach 2008 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. Dann endet der geltende Beschäftigungspakt mit der Gewerkschaft.

Verdi-Bundesvorstand und Telekom-Aufsichtsrats-Vize Lothar Schröder bezeichnet die Pläne der Telekom als „verteilungspolitischen Skandal“. Die Beschäftigten hätten bereits in der Vergangenheit auf Lohn verzichtet, um Jobs im Konzern zu retten. Nun bitte sie der Vorstand erneut zur Kasse, während er seinen Aktionären gleichzeitig eine üppige Dividende zahle.

Eick wies darauf hin, dass der Aufsichtsrat die Gründung von T-Service bereits beschlossen hat. „Für die rechtliche Verselbständigung der Einheiten brauchen wir nicht die Zustimmung von Verdi“, sagte er. Aus dem Konzernumfeld hieß es, wenn sich die Parteien nicht einigten, könnte die Telekom die neuen Gesellschaften unter dem Dach der Mobilfunksparte T-Mobile organisieren, für deren Service-Mitarbeiter bereits die Konditionen gelten, die die Telekom jetzt auch für T-Com verhandeln will.

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