Zweites Quartal
Telekom kann Kundenschwund kaum bremsen

Die Deutsche Telekom hat im zweiten Quartal den harten Wettbewerb auf dem deutschen Markt erneut zu spüren bekommen und ist wieder nur im Ausland gewachsen. Zudem schlug der Streik der 50 000 Service-Mitarbeiter im Frühjahr mit einem zweistelligen Millionenbetrag zu Buche. Mit dem operativen Ergebnis konnte Konzernchef René Obermann Analysten jedoch positiv überraschen.

HB BONN. Doch verbuchte der Konzern anders als von Analysten erwartet einen operativen Ergebnisanstieg und bekräftigte seine Erwartung eines bereinigten Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von rund 19 Mrd. Euro sowie eines moderaten Umsatzanstiegs. „Die wichtigste Botschaft zum ersten Halbjahr lautet: Wir liegen im Plan, unsere Finanzziele für 2007 zu erreichen“, sagte Konzernchef Rene Obermann am Donnerstag.

„Wir sind mit unseren Maßnahmen zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und Kostenkontrolle auf einem guten Weg“, erklärte der Vorstandschef. „Das darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass dieser Weg noch lang ist und im weiteren Verlauf keineswegs leichter wird.“

Wie Europas größter Telekommunikationskonzern mitteilte, stieg das bereinigte Ebitda im zweiten Quartal um 1,8 Prozent auf 4,9 Mrd. Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten mit einem Rückgang um zwei Prozent gerechnet. Der Umsatz stieg, getrieben vom ausländischen Mobilfunkgeschäft, um 2,9 Prozent auf 15,58 Mrd. Euro und traf damit in etwa die Schätzung der Experten. Unter dem Strich erzielte die Telekom einen Überschuss von 608 Mill. Euro nach gut einer Milliarde Euro im Vorjahreszeitraum.

Der wochenlange Streik im Frühjahr hat die Deutsche Telekom AG einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet. Die erneut hohen Kundenverluste im Festnetz sind nach Obermanns Ansicht nach kaum auf den Arbeitskampf der Gewerkschaft Verdi zurückzuführen, der den Service des Konzerns zum Teil lahmgelegt hatte. Die Zahl der Teilnehmer, die der Telekom wegen des Ausstands den Rücken gekehrt hätten, sei gering, sagte Obermann.

Allerdings hat der Streik nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden den Glasfaser-Ausbau des Unternehmens leicht beeinträchtigt. Aus heutiger Sicht werde dieses Jahr vorausichtlich eine Stadt weniger an das VDSL-Netz angeschlossen als bislang geplant.

Das Festnetz- und Breitbandgeschäft und die Geschäftskundensparte verzeichneten deutliche Gewinneinbußen. Auch das deutsche Mobilfunkgeschäft ließ Federn. Doch gingen die Ergebnisse in allen drei Sparten im zweiten Quartal nicht mehr so stark zurück wie zu Jahresbeginn.

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