Zwischenbilanz
SAP macht Oracle Kunden abspenstig

Europas größter Softwarehersteller SAP hat ein excellentes erstes Quartal hinter sich. Gewinn und Umsatz legten zweistellig zu. Und auch die Zukunftsaussichten sind rosig. Das lag nicht zuletzt daran, dass die Walldorfer gegenüber ihrem Erzrivalen Oracle punkten konnten.

HB STUTTGART. Der Umsatz sei um 18 Prozent auf 2,04 Mrd. Euro geklettert, teilte das Unternehmen am Donnerstag in Walldorf mit. Die Erlöse mit Softwarelizenzen – ein Gradmesser für die künftige Entwicklung – sind von Januar bis März um 22 Prozent auf 528 Mill. Euro gestiegen. Damit übertraf SAP die Prognosen der Analysten, die dem Konzern nur einen Zuwachs um 18 Prozent auf 512 Mill. Euro zugetraut hatten. Als Treiber erwies sich erneut der Softwaremarkt in Nordamerika, hingegen brachen die Verkäufe in Japan ein.

SAP-Chef Henning Kagermann nannte nach Bekanntgabe der Zahlen in einem Interview mit „Bloomberg TV“ auch den Grund für die guten Umsätze. SAP habe mit seinem so genannten „Safe-Passage“-Programm in den Monaten Janaur bis März rund 40 neue Kunden gewonnen. SAP versucht seit längerem, mit diesem Programm Oracle-Kunden zum Umstieg auf seine eigene Software zu bewegen und bietet dafür Sonderkonditionen. Der auf Datenbanken spezialisierte US-Anbieter Oracle hat sich mit mehreren Unternehmensübernahmen – unter anderem von Siebel und Peoplesoft – als direkter Konkurrent zu SAP positioniert.

Der Überschuss stieg um 11 Prozent auf 282 Mill. Euro. Das um Kosten für Akquisitionen und Aktienoptionsprogramme bereinigte operative Ergebnis kletterte im ersten Quartal um ein Fünftel auf 457 Mill. Euro und blieb damit leicht unter den Erwartungen der Finanzmarktexperten. Die operative Gewinnmarge verbesserte sich im traditionell schwachen Auftaktquartal gegenüber dem Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte auf 22,4 Prozent.

SAP bekräftigte seine Geschäftsprognosen für das laufende Jahr. „Wir sind auf dem besten Weg, unsere Wachstumsziele für 2006 zu erreichen“, sagte Unternehmenschef Henning Kagermann. SAP hat für dieses Jahr einen Zuwachs der für die zukünftige Ertragslage wichtigen Software-Verkäufe um 15 bis 17 Prozent in Aussicht gestellt.

Für Branchenexperten werden die Weichen bei SAP aber erst ab dem kommenden Jahr entscheidend neu gestellt: Bis dahin soll die neue Softwaregeneration von SAP, die Business Process Platform (BPP) eingeführt sein. Ein Schritt, dessen Bedeutung Kagermann mit der Etablierung von R/3 als Industriestandard verglich.

Wegen der zu erwartenden Erfolge des Dax-Konzerns bei der Gewinnung mittelständischer Kunden werde sich der Produktumsatz von 2005 bis 2010 auf umgerechnet 16,8 Mrd. Dollar mehr als verdoppeln, erklärte Analyst Ariel Bauer von ABN Amro kurz vor Bekanntgabe der Zwischenbilanz. Von der Steigerung der Produkteinnahmen um 9,6 Mrd. Dollar werde mit 8,1 Mrd. Dollar der überwiegende Teil von Neukunden stammen, prognostiziert der Analyst. 5 Mrd. Dollar werden Bauer zufolge mittelständische Kunden beisteuern.

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