Zwischenbilanz
Wettbewerb belastet Mobilcom und Freenet

Belastet vom Wettbewerb auf dem deutschen Telekommarkt hat der Telekomkonzern mobilcom im abgelaufenen Quartal einen deutlichen Ergebnisrückgang verzeichnet.

dpa-afx BÜDELSDORF/HAMBURG. Der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) stieg zwar gegenüber dem Vorjahr von 37,3 Mill. auf 42,7 Mill. Euro, wie die Gesellschaft am Mittwoch in Büdelsdorf mitteilte. Allerdings war der Vorjahreswert durch Einmaleffekte belastet - ohne diese sank das Ebitda um 13 Mill. Euro.

Konzernchef Eckhard Spoerr begründete den Rückgang mit höheren Kosten bei der Gewinnung neuer Kunden. Der Konkurrenzdruck in den für mobilcom und der Konzerntochter freenet.de wichtigen Märkte Mobilfunk und DSL ist in den vergangenen Quartalen deutlich gestiegen. Neben dem verschärften Wettbewerb sieht sich das Unternehmen durch die Verzögerung der geplanten Fusion von mobilcom und freenet.de belastet. Aufgrund von Klagen einiger Aktionäre liegt die Verschmelzung auf Eis.

Der Umsatz sank im dritten Quartal von 531,8 Mill. auf 507,4 Mill. Euro, wobei vor allem die Festnetztochter freenet einen kräftigen Rückgang vermeldete. Der Überschuss wuchs von 16 Mill. auf 38 Mill. Euro - allerdings ist der Vorjahreswert durch die einmaligen Sondereffekte belastet. Zudem seien geringere Abschreibungen angefallen, sagte ein Konzernsprecher.

Mit seiner Quartalsbilanz verfehlte mobilcom die Erwartungen der Analysten zum Teil. Von dpa-AFX befragte Experten hatten im Durchschnitt mit einem Ebitda in Höhe von 41,33 Mill. Euro und einem Umsatz von 517 Mill. Euro gerechnet. Den Überschuss hatten sie bei 19 Mill. Euro gesehen.

Im Handy-Geschäft verzeichneten die Büdelsdorfer einen Zuwachs von 43 000 Kunden auf 5,01 Millionen. Damit sei das Jahresziel erreicht, sagte Spoerr. Die Tochter freenet gewann 75 000 Breitbandnutzer und erhöhte ihre Kundenbasis damit auf 905 000 Millionen. "Wir sehen im vierten Quartal ein weiteres Wachstum und streben zum Jahresende eine Zahl von eine Million DSL-Kunden an", sagte Spoerr.

Im Fokus der Bilanzvorlage steht auch der Einstieg des Konkurrenten Drillisch , der nach letzten Angaben 10,4 Prozent von mobilcom kontrolliert. Mit der Beteiligung will das Unternehmen die Konsolidierung der Serviceprovider-Branche anstoßen. Mobilcom-Chef Spoerr hält indes eine Übernahme durch Drillisch für unwahrscheinlich. Stattdessen setzt Spoerr auf eigene Zukäufe. Mit liquiden Mittel in Höhe von 520 Mill. Euro sieht er sich dafür gut gerüstet.

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