Neue Betriebsmittelfinanzierung
Alternativen zur Hausbank

Wer kurzfristig für sein Unternehmen Geld benötigt, muss nicht zwingend auf sein Kreditinstitut zurückgreifen. Private Geldgeber, Kreditplattformen und weitere kreative Finanzierungsformen stehen hoch im Kurs.
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HamburgLeasing und Factoring werden von Mittelständlern am häufigsten als Alternative zur klassischen Bankfinanzierung genutzt. Zu den neuen Formen einer Finanzierung im kurzfristigen Bereich, etwa für den Einkauf von Textilien oder Elektronikprodukten, von Weihnachtsbäumen Anfang Dezember oder Schoko-Osterhasen Mitte März, die vier Wochen später verkauft werden, gehören Peer-to-Peer-Kredite.

Über Online-Plattformen wie Auxmoney oder Lendico besorgen sich Firmen und Freiberufler Darlehen von privaten Geldgebern. Auch der Online-Marktplatz Creditshelf verleiht nicht eigenes Geld, sondern fungiert als Mittler – und zwar zwischen Mittelständlern, die kurzfristig Geld brauchen, und Mittelständlern, die liquide Mittel rentabel investieren möchten. Deswegen sieht Geschäftsführer Daniel Bartsch sein Portal für unbesicherte Kredite auch nicht als Konkurrenz zur Hausbank, sondern als Ergänzung.

Die durchschnittliche Darlehenssumme betrage 400.000 Euro, die durchschnittliche Kreditlaufzeit zehn Monate. Die Firma Ritter aus Oberschwaben, die seit rund 100 Jahren Zahnarzt-Liegen produziert, hat sich im Juli 150.000 Euro für ein Entwicklungsprojekt über Creditshelf beschafft. Die Kreditaufnahme verlief, „zügig und unbürokratisch“, so Geschäftsführer Werner Schmitz.

Eine weitere Alternative ist Finetrading. Die Idee: Ein Zwischenhändler, der Finetrader, schaltet sich zwischen Abnehmer und Lieferant ein, tritt als Debitor auf, begleicht die Rechnung sofort und ist offiziell Eigentümer der Ware, die aber direkt an den Abnehmer geht, dem ein Zahlungsziel von bis zu 120 Tagen eingeräumt wird.

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