Ralf Woik
„Sparsame Fahrer müssen belohnt werden“

Sind Telematik-Systeme ein Wundermittel, um die Betriebskosten der Flotte zu senken? Sie alleine bringen nach Ansicht des Arval-Managers noch keinen wirtschaftlichen Nutzen.
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KölnHandelsblatt: Glaubt man den Anbietern, ist Telematik ein Wundermittel, um die Betriebskosten der Flotte zu senken. Wird das Versprechen in der Praxis eingelöst?
Ralf Woik: Viele Unternehmen gehen davon aus, dass mit der Einführung von Telematik-Systemen blitzschnell die Einsparungen kommen. Aber erst mal nützt es mir so gut wie gar nichts, dass ich in der Lage bin, diese Daten zu erheben. Wenn so ein System eingesetzt wird, muss man auch einen Schritt weitergehen. Dazu gehört, dass das Fahrverhalten ausgewertet wird - und die Bereitschaft besteht, es nachhaltig zu ändern.

Wie lassen sich Mitarbeiter denn zum sparsamen Fahren bewegen?
Fahrtrainings sind sicherlich ein richtiger Ansatzpunkt. Aber ein paar Kurse reichen leider nicht, um dauerhaft etwas zu ändern. Man muss ja nur mal selbst darauf achten, wie lange man es durchhält, besonders sparsam zu fahren. Und mit einer Firmentankkarte im Portemonnaie besteht noch weniger Anreiz, seinen Fahrstil hinsichtlich des Verbrauchs zu optimieren.

Was bringt dann die Transparenz, die Telematik-Systeme schaffen?
Den Spritverbrauch jedes einzelnen Mitarbeiters zu kennen ist schön und gut. Wenn ich dabei feststelle, dass Herr Maier deutlich mehr verbraucht als Herr Müller, dann muss ich wohl mit Herrn Maier mal reden. Wenn das aber der beste Außendienstmitarbeiter des Unternehmens ist, wird es für den Flottenmanager schwierig. Und dem Vorstand wird er sicher auch nicht vorschreiben können, wie er mit seinem Dienstwagen zu fahren hat.

Was schlagen Sie stattdessen vor?
Zum einen müssen Fahrtrainings und Schulungen langfristig angelegt werden. Und zum anderen sollte man stärker über Incentives nachdenken, um sparsame Fahrer zu belohnen. Die können dann mit technischen Hilfen ermittelt werden. Aufseiten der Unternehmensführung muss es dafür eine Investitionsbereitschaft geben. Aktuell ist der Spielraum vieler Flottenmanager wegen des enormen Kostendrucks sehr beschränkt.

Manuel Heckel
Manuel Heckel
Pressebüro JP4

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